Stadtohr

Stadtrundgang Heilbronn · Station 16 von 16

Stadtarchiv Heilbronn

1371 · archiv, luftangriff 1944, ehrenhalle, stadtgeschichte

Ausführlich

Sie stehen am Stadtarchiv Heilbronn, im Deutschhof. Hier endet unser Rundgang, und es passt: Es geht um das Gedächtnis der Stadt. Das Archiv ist seit 1371 belegt. In der Urkunde, mit der Kaiser Karl IV. Heilbronn zur Reichsstadt erhob, werden die Schlüssel für Siegel und Briefe erwähnt. Daraus schließt man, dass es schon damals eine zentrale Verwahrung gab. Für 1485 ist das Gewölbe des Rathauses als Archiv belegt. Urkunden lagen dort zusammen mit Kleinodien und Geldvorräten, zugänglich nur den Ratsmitgliedern. 1527 erstellte Gregor von Nallingen ein Gewölbbüchlein, das älteste Heilbronner Findbuch. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Akten mehrfach in Sicherheit gebracht, bei einem Rathausbrand 1659 in die Kilianskirche. Die eilige, unsortierte Flucht verursachte regelmäßig ein Durcheinander, über das es zahlreiche Klagen gibt. Ab 1765 baute der Baumeister Johann Christoph Keller ein viergeschossiges Archivgebäude nördlich des Rathauses. Der Unterarchivar Becht richtete es mit Fluchtkästen ein, die man bei Gefahr an Griffen schnell wegtragen konnte. Um 1940 umfasste das Archiv etwa 1000 Kästen in drei Gewölben, rund 4000 Urkunden und 3000 Meter Akten und Amtsbücher. Ab 1942 lagerte man besonders wertvolle Bestände aus. Etwa 30 Prozent kamen ins Kloster Schöntal und in drei Schlösser. Beim Luftangriff am 4. Dezember 1944 wurden das Archivgebäude und rund 70 Prozent der Bestände zerstört, ebenso der Hafenmarktturm und die Friedenskirche mit den dort gelagerten Archivalien. Was ausgelagert war, bildet den Grundstock des heutigen Archivs. Die Ruine des Archivgebäudes blieb als Ehrenhalle erhalten, als Gedenkstätte für die Toten des Zweiten Weltkrieges und die Opfer des Dritten Reiches. Das Archiv zog an verschiedene Orte, auch ins Fleischhaus, und bezog in den 1970er Jahren das Archivgebäude im Deutschhof. Dazu gehört das Haus der Stadtgeschichte, eine Ausstellungsfläche, die mit den Städtischen Museen verbunden ist. Damit endet der Rundgang. Wir sind an der Kilianskirche gestartet, die am 4. Dezember 1944 fast vollständig zerstört wurde, und enden bei einem Archiv, das an dasselbe Datum erinnert.

Kurzfassung

Sie stehen am Stadtarchiv Heilbronn im Deutschhof. Das Archiv ist seit 1371 belegt. Sein altes Gebäude und etwa 70 Prozent der Bestände zerstörte der Luftangriff vom 4. Dezember 1944. Die Ruine ist heute eine Gedenkstätte. Damit endet der Rundgang.

Für Kinder

Das Stadtarchiv sammelt alte Papiere der Stadt: Urkunden, Akten und Bücher. Schon 1371 gab es so eine Sammlung. Früher lag alles im Rathaus, später bekam das Archiv ein eigenes Haus. Am 4. Dezember 1944 wurde es bei einem Luftangriff zerstört, und rund 70 Prozent des Archivs gingen verloren. Die ausgelagerten Teile blieben erhalten. Die Ruine des alten Archivs ist heute eine Gedenkstätte. Was würdest du aufbewahren, wenn du ein Stadtarchiv hättest?

Quellen

Koordinaten: 49.1406, 9.21807 · auf der Karte

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