Stadtohr

Stadtrundgang Heidelberg · Station 1 von 16

Heidelberger Schloss

· schloss, ruine, kurpfalz, romantik

Eine ausgedehnte Schlossruine aus rotem Sandstein liegt hoch an einem steilen, dicht bewaldeten Hang. Links steht ein hoher, viereckiger Turm. In der Mitte erhebt sich ein reich gegliederter Bau mit Giebeln und leeren Fensterreihen. Rechts folgen ein Turm mit grauer Haube und ein massiger, aufgerissener Turmstumpf. Terrassenmauern stützen den Hang.
Foto: Pumuckel42 (Reinhard Wolf) at de:Wikipedia, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Eine ausgedehnte Schlossruine aus rotem Sandstein liegt hoch an einem steilen, dicht bewaldeten Hang. Links steht ein hoher, viereckiger Turm. In der Mitte erhebt sich ein reich gegliederter Bau mit Giebeln und leeren Fensterreihen. Rechts folgen ein Turm mit grauer Haube und ein massiger, aufgerissener Turmstumpf. Terrassenmauern stützen den Hang.

Ausführlich

Willkommen in Heidelberg. Die Stadt liegt am Neckar, dort, wo er den Odenwald verlässt und in die oberrheinische Tiefebene eintritt. Wir beginnen oben, beim Wahrzeichen. Sie stehen vor dem Heidelberger Schloss, einer der berühmtesten Ruinen Deutschlands. Schauen Sie auf das Gestein: Es ist roter Neckartäler Sandstein. Das Schloss erhebt sich am Nordhang des Königstuhls, oberhalb der Altstadt. Angefangen hat es als Burg. Um 1182 verlegte Konrad der Staufer, Pfalzgraf bei Rhein und Halbbruder von Kaiser Barbarossa, seine Hofhaltung auf die Burg Heidelberg. 1303 werden erstmals zwei Burgen genannt, die obere bei der heutigen Molkenkur und die untere auf dem Jettenbühl. Dort stand der Vorgänger des Schlosses. Später baute man die Burg zum Schloss aus, in dem die Kurfürsten von der Pfalz fast drei Jahrhunderte residierten. Etwa aus der Zeit Ruprechts III. stammen die ältesten heute sichtbaren Teile. Er war zum deutschen König gewählt worden, und im Schloss herrschte so großer Raummangel, dass er bei der Rückkehr von der Krönung im Augustinerkloster Quartier nehmen musste. 1462 saßen hier drei Gefangene. Kurfürst Friedrich I., der Pfälzer Fritz, hielt den Markgrafen von Baden, den Bischof von Metz und den Grafen von Württemberg fest. Sie kamen erst gegen Lösegeld frei: Der Markgraf zahlte 25.000 Gulden, der Bischof 45.000. Die Sage erzählt, Friedrich habe seinen Gästen das Fehlen von Brot begreiflich gemacht, indem er sie aus dem Fenster auf das verwüstete Land blicken ließ. Kurfürst Friedrich V. heiratete die englische Königstochter Elisabeth Stuart. Für seine Braut ließ er das Elisabethentor am Stückgarten errichten. Aus England brachte er die Architekten Inigo Jones und Salomon de Caus mit. Bald begann der Bau eines gewaltigen Lustgartens am Berghang. Ihm gehört die letzte Station unseres Rundgangs. Dann kam der Pfälzische Erbfolgekrieg. Am 6. September 1693 sprengten französische Pioniere den Pulverturm und andere Gebäude und Befestigungsanlagen. Danach war das Schloss nur noch eingeschränkt nutzbar. Am 24. Juni 1764 löste ein Blitzschlag einen Brand aus, der weitere Teile zerstörte. Die Wiederherstellung gab man auf, die Pfalzgrafen residierten weiterhin im Mannheimer Schloss. In der Romantik wurde die Ruine zum Symbol für die Größe und Vergänglichkeit menschlichen Strebens. Der in Heidelberg lebende Franzose Charles de Graimberg bewunderte sie und finanzierte ihren Erhalt lange Zeit. Heute zählt das Schloss zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Europas. Im Schloss liegt ein weiteres Wahrzeichen: ein riesiges Fass. Dorthin geht es als Nächstes.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Heidelberger Schloss, einer der berühmtesten Ruinen Deutschlands. Aus einer Burg wurde ein Schloss, in dem die Kurfürsten von der Pfalz fast drei Jahrhunderte lang residierten. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde es zweifach zerstört, 1764 brannte es nach einem Blitzschlag erneut.

Für Kinder

Du stehst vor einer Burgruine, dem Heidelberger Schloss. Es besteht aus rotem Sandstein. Fast dreihundert Jahre lang wohnten hier die Kurfürsten von der Pfalz. Im Jahr 1693 sprengten französische Soldaten den Pulverturm und andere Teile. Später, 1764, schlug ein Blitz ein, und es brannte. Danach hat man das Schloss nicht mehr aufgebaut. Heute ist es eine Ruine. Kannst du erkennen, welche Teile noch stehen und welche fehlen?

Quellen

Koordinaten: 49.410555555, 8.715833333 · auf der Karte

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