Stadtohr

Stadtrundgang Hannover · Station 10 von 16

Weihnachtsmarkt Hannover

· weihnachtsmarkt, marktkirche, tradition

Ausführlich

Sie stehen auf dem Altstädter Marktplatz an der Marktkirche. Wenn Sie im Dezember hier sind, stehen Sie zwischen Buden. Sonst stehen Sie auf einem Platz und müssen sich den Rest vorstellen. Der Weihnachtsmarkt ist aus Wochenmärkten hervorgegangen, und seine Tradition setzte Ende des 18. Jahrhunderts ein. Schriftlich erwähnt wurde er erstmals 1813. Ursprünglich hieß er Christmarkt und fand drei Tage lang vor dem Weihnachtsfest statt. Drei Tage. Daran können Sie ablesen, was Weihnachten damals war: ein Fest mit kurzem Vorlauf. Das Wachstum dieses Marktes ist gut dokumentiert, und es liest sich wie eine Geschichte der Freizeit. 1906 wurde er auf eine Woche verlängert. 1939 auf zwei Wochen, wobei man auswärtige Anbieter zuließ. 1974 erlaubte die Marktordnung drei Wochen. Und um 1900 erwähnten die hannoverschen Adressbücher, dass auf dem Markt nur weihnachtstypische Waren und Bastelarbeiten angeboten werden durften. Es gab also eine Vorstellung davon, was hierher gehört, und sie stand in einem Buch. Diese Vorstellung ist dann verloren gegangen und wieder zurückgeholt worden. Ab den 1950er Jahren nahm die Zahl der Buden zu, und es wurden vermehrt weihnachtsferne Dinge angeboten. In den 1990er Jahren beschnitt man deshalb die Zahl der Getränke- und Imbissstände. Gleichzeitig weitete sich die Veranstaltung vom Marktplatz auf weitere Straßenzüge im historischen Stadtkern aus, auf den Holzmarkt, wo wir vorhin standen, und auf den Ballhofplatz. Durch verstärkt kunsthandwerkliche Angebote erlangte der Markt seither ein höheres Niveau. Jetzt die Zahlen. Der Altstadt-Weihnachtsmarkt rund um die Marktkirche hatte 2018 über einhundertdreißig Stände; mit den Ausläufern in den Straßen zum Kröpcke sind es rund einhundertsiebzig Buden. 2012 verzeichnete er rund 1,8 Millionen Besucher. Angeboten werden neben Gastronomie unter anderem Christbaumschmuck, Holzspielsachen und Kunstgewerbe, und die traditionellen Herstellerregionen für Weihnachtsbedarf sind vertreten: das Erzgebirge und der Thüringer Wald. Am Historischen Museum wurde ein mittelalterliches Weihnachtsdorf eingerichtet, mit entsprechend gekleidetem Verkaufspersonal und Handwerksvorführungen wie Schmieden und Filzen. Und auf dem Holzmarkt am Leibnizhaus baute man 2009 erstmals aus fünfzig Fichten aus dem Harz und fünfzig Tannen einen vierhundert Quadratmeter großen Wald auf, den Wunschbrunnenwald, mit Buden darin. Ein Bauwerk steht inzwischen woanders. 1994 wurde in der Georgstraße eine Weihnachtspyramide als touristische Attraktion aufgebaut, also ein drehbarer Holzaufbau mit Figuren. Sie wurde im Laufe der Jahre zweimal durch eine größere ersetzt und steht heute am Kröpcke. 2014 war sie mit achtzehn Metern Höhe die größte begehbare Weihnachtspyramide der Welt. Begehbar. Man kann in dieses Weihnachtsgerät hineingehen.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Altstädter Marktplatz an der Marktkirche. Hier findet in der Adventszeit der historische Weihnachtsmarkt statt, mit über einhundertdreißig Ständen. Schriftlich erwähnt wurde der Markt erstmals 1813. Damals hieß er Christmarkt und dauerte drei Tage. Heute geht er über drei Wochen.

Für Kinder

Du stehst auf dem Marktplatz neben der Marktkirche. Im Dezember stehen hier über einhundertdreißig Buden: der Weihnachtsmarkt. Früher hieß er Christmarkt und dauerte nur drei Tage, direkt vor Weihnachten. Dann wurde er immer länger: erst eine Woche, dann zwei, heute drei Wochen. Am Historischen Museum gibt es ein Weihnachtsdorf wie im Mittelalter, wo Leute schmieden und filzen. Und am Kröpcke steht eine riesige hölzerne Weihnachtspyramide, achtzehn Meter hoch. Man kann sogar hineingehen. Sie war einmal die größte begehbare Pyramide der Welt.

Quellen

Koordinaten: 52.372, 9.73513 · auf der Karte

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