Sie stehen in der Schmiedestraße, und hier gibt es wenig zu sehen. Das von Spörckensche Haus ist fort, und eine Quelle, der mir vorliegt, sagt nicht, wann und wodurch. Ich sage Ihnen das so deutlich, weil ich den Rest nicht dazuerfinden werde. Was belegt ist, ist eine Grundstücksgeschichte, und die ist für diese Stadt typisch. Zwei Häuser, im Schossregister als Nummer 150 und 151 geführt, wurden schon 1698 und 1699 von ihrem Besitzer Henning Anton Schultze zu einem Grundstück vereinigt. Einheitlich bebaut wurde es aber erst viel später. 1764 verkauften die Schultzeschen Erben zunächst nur das Haus Nummer 151 an die Gräfin Yarmouth, die bereits im Folgejahr starb. Ihr Sohn, der Generalmajor Johann Ludwig von Wallmoden-Gimborn, behielt das ererbte Haus noch sechs Jahre. In dieser Zeit zeichnete der Wallmodensche Gartenmeister J. F. Walter einen Lageplan des Grundstücks, der auch die Gartenanlage im Hof berücksichtigte; die Zeichnung gelangte später in das Wallmodensche Familienarchiv. Es gibt also einen Plan vom Garten eines Hauses, das nicht mehr steht. 1769 ging die Nummer 151 und 1776 auch die Nummer 150 aus dem Besitz des Kaufmanns Sievers an den Kämmerer Georg Ludwig von Spörcken. Der ließ 1777 über beide Grundstücke einen stattlichen Neubau errichten. Wer ihn entworfen hat, konnte bisher nicht festgestellt werden. Erhalten haben sich aber im Archiv der Freiherrlich von Spörckenschen Verwaltung zu Lüdersburg verschiedene Verträge mit Handwerkern und Beschreibungen der inneren Gliederung des Gebäudes. Der Name des Architekten fehlt, die Handwerkerverträge sind da. Stellen Sie sich das Haus vor. Dreigeschossig, elf Fensterachsen breit. In der Mitte ein leicht vorgezogener Mittelrisalit mit drei Fensterachsen, in dessen Erdgeschoss der Hauseingang und die Durchfahrt zum Hof zusammengedrängt waren. Der Mittelrisalit schloss mit einem Dreiecksgiebel, und darin hing das Wappen derer von Spörcken in einer gekrönten Kartusche im Stil Louis seize, gehalten von zwei Löwen. Äußerlich blieb dieser Bau mehr als ein halbes Jahrhundert völlig unverändert. Dann kam der Handel. 1841, zur Zeit des Königreichs Hannover, wurde das Erdgeschoss entscheidend verändert. Etwa um diese Zeit war die 1830 gegründete Eisenwaren-Großhandlung J. C. Hagemann in die Schmiedestraße 31 übergesiedelt. Spätestens nachdem das Unternehmen 1910 auch das Nachbarhaus Nummer 32 erworben hatte, war das gesamte Erdgeschoss mit mehreren Eingängen und einer vollverglasten Schaufensterfront versehen. Aus einem Adelspalais war ein Geschäftsgebäude mit Lagerhaus geworden. Ein letzter Satz, und er stammt vom Denkmalpfleger Arnold Nöldeke, der das Haus gegen Ende der 1920er Jahre von innen sah. Er fand dort, abgesehen von den Treppenhäusern, nichts Bemerkenswertes mehr.
Sie stehen in der Schmiedestraße. Hier stand das von Spörckensche Haus, errichtet 1777 für den Kämmerer Georg Ludwig von Spörcken über zwei zusammengelegten Grundstücken. Es war dreigeschossig und hatte elf Fensterachsen. Die Adressen lauteten Schmiedestraße 31 und 32, später Schmiedestraße 18.
Hier stand früher ein großes Haus für eine Adelsfamilie, die von Spörcken hieß. Gebaut wurde es 1777. In der Mitte war ein Giebel, und darin hing das Wappen der Familie, gehalten von zwei steinernen Löwen. Wer das Haus geplant hat, weiß heute niemand mehr. Der Name des Baumeisters steht in keinem Papier, das übrig ist. Später zog ein Eisenwarenhändler ein. Er baute unten große Schaufenster ein und machte aus dem feinen Haus ein Lager für Werkzeug und Metall. Es gibt aber noch eine alte Zeichnung vom Garten, der einmal im Hof lag.
Koordinaten: 52.373055555, 9.735 · auf der Karte