Sie stehen am Leineschloss, in dem heute der Niedersächsische Landtag tagt. Hier stand die Schlosskirche, und ihre Geschichte ist die Geschichte eines Gebäudes, das viermal die Konfession wechselte. Angefangen hat sie als Kirche eines Bettelordens. 1291 wurde sie als Minoritenkirche St. Maria erbaut, Teil des Minoritenklosters der Franziskaner. Im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts wurde sie neu erbaut. 1533 mussten die Minoriten als Folge der Reformation die Stadt verlassen. Das Kloster wurde säkularisiert, die Gebäude bekamen andere Aufgaben, und die Kirche diente unter anderem als Zeughaus. Eine Franziskanerkirche als Waffenlager. 1636 erklärte Herzog Georg von Calenberg Hannover zu seiner Residenz und wählte für sein Leineschloss genau dieses Klostergelände. Die noch vorhandenen Klostergebäude wurden abgebrochen. Die Kirche blieb. 1642 wurde sie als evangelisch-lutherische Hof- und Schlosskirche geweiht und diente dem Hofstaat und den Regierungsmitgliedern als Gottesdienstraum. Erster Prediger war Justus Gesenius. Und nun zählen Sie mit. Unter Herzog Johann Friedrich, der zur römisch-katholischen Kirche konvertiert war, wurde die Kirche 1665 nach katholischem Ritus geweiht und von Kapuzinern betreut. Damals wurde umgebaut und die Gruft errichtet, die zur Grablege der Welfen wurde. 1675 kam ein Altargemälde von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Einbecker Alexanderstift hierher. 1677 nahm Niels Stensen als Weihbischof und Apostolischer Vikar für das Apostolische Vikariat des Nordens seinen Sitz an dieser Kirche. Dann starb Johann Friedrich, und unter Ernst August, Herzog ab 1679, wurde die Kirche wieder lutherisch. Franziskanisch, dann lutherisch, dann katholisch, dann wieder lutherisch, und dazwischen ein Waffenlager. Alles im selben Raum. Gebaut wurde weiter. Nach einem Brand kam es 1706 zu einem weiteren Umbau. 1839 schloss Georg Ludwig Friedrich Laves seine gotisierende Umgestaltung ab, also einen Umbau, der dem Haus gotische Formen gab, die es so nie besessen hatte. Diesem Laves begegnen wir heute noch einmal, an der Station nach dem Flohmarkt. 1943 wurde die Kirche bei einem Luftangriff stark beschädigt. Und was dann geschah, ist der Grund, warum hier nichts mehr steht: Beim Wiederaufbau des Leineschlosses zum Landtag wurde sie abgetragen. Nicht die Bomben haben diese Kirche beseitigt, sondern eine Entscheidung danach. Ihr Inhalt ist verteilt worden. Die Särge der Welfen-Herzöge aus der Gruft kamen in das Welfenmausoleum in Herrenhausen. Die Gemeinde erhielt für den Verlust ihrer Kirche eine Abfindung und zog 1960 in die Kreuzkirche um, die seither Schloss- und Stadtkirche St. Crucis heißt. Dorthin kam auch das Altargemälde von Lucas Cranach dem Älteren. Wenn Sie den Cranach sehen wollen, müssen Sie also der Gemeinde folgen, nicht dem Bauwerk.
Sie stehen an der Leinstraße, am Leineschloss. Hier stand die Schlosskirche, 1291 als Minoritenkirche St. Maria erbaut. Im 17. Jahrhundert wurde sie zur Schlosskirche des Leineschlosses. 1943 wurde sie bei einem Luftangriff stark beschädigt und nach dem Krieg beim Umbau des Schlosses zum Landtag abgetragen.
Hier stand früher eine Kirche, direkt am Schloss. Sie war schon sehr alt: gebaut im Jahr 1291, für Mönche des Franziskanerordens. Das Erstaunlichste ist: In dieser einen Kirche wechselte der Glauben mehrmals. Erst war sie katholisch, dann evangelisch, dann wieder katholisch, dann wieder evangelisch. Im Krieg wurde sie durch Bomben beschädigt. Danach hat man sie abgerissen, weil das Schloss zum Parlament umgebaut wurde. Ein wertvolles altes Altarbild wurde gerettet und hängt heute in einer anderen Kirche der Stadt.
Koordinaten: 52.37079, 9.73296 · auf der Karte