Sie stehen am Leibnizufer. Hier lag die Burg Lauenrode, und sie ist so vollständig verschwunden, wie etwas verschwinden kann. Gebäudereste haben sich nicht erhalten. Auch das Erdreich des Burgberges wurde abgetragen. Der Standort wird im Bereich des ehemaligen Preussag-Verwaltungsgebäudes vermutet; gesichert ist er nicht. Die Burg entstand um 1215, auf einem Werder in der Leine, außerhalb der Stadt und gegenüber dem Beginenturm. Erinnern Sie sich an die Sommerbrücke: Die älteste Brücke Hannovers führte vom Gallentor hinüber zu dieser Burg und soll zu Verteidigungszwecken eine Zugbrücke gewesen sein. Jetzt wissen Sie, warum. Urkundlich belegte Burgteile von 1254 sind eine Vorburg im Westen, ein Bergfried, die Burgkapelle St. Galli, ein Palas und eine Kemenate; zum Zubehör gehörten die beiden Stadtmühlen Brückmühle und Klickmühle. Burgherren waren die Grafen von Roden, die Heinrich der Löwe um 1160 mit der Stadt Hannover belehnt hatte. Und nun kommt der Punkt, an dem diese Anlage für die Bürger unangenehm wird. Nach 1241 wurde sie zu einer vom Landesherren unterhaltenen Schutzburg der Stadt Hannover. Die Bürger bezahlten die Burgmannen. Der Historiker Helmut Zimmermann nannte die Anlage eine Zwingburg der Welfen: Sie diente auch als Demonstration der Stärke des Landesherrn, als steingewordenes Machtsymbol gegenüber den hannoverschen Bürgern. Eine Burg, die die Stadt schützt und gleichzeitig bedroht, bezahlt von der Stadt. Das Ende kam im Lüneburger Erbfolgekrieg. Die Burgmannen standen auf der Seite Herzog Magnus des Zweiten. Seine Widersacher, Herzog Albrecht und dessen Onkel Wenzel von Sachsen-Wittenberg, erstürmten die Burg 1371 und verliehen der Stadt Hannover anschließend das Große Privileg. Dieses erlaubte unter anderem die Schleifung der Burg. Und geschleift haben sie die Bürger der Stadt selbst. Sie durften das Bauwerk abtragen, das sie jahrzehntelang mitbezahlt hatten. Das Material blieb in der Stadt. Um 1540 wurde das Erdreich des Burgberges am gegenüberliegenden Ufer zu einem Wall aufgeschüttet, und dadurch entstand das Hohe Ufer. Auf der Plattform, auf der wir an der Sommerbrücke standen, stehen Sie also auf der Burg. Die alte Burgstelle wurde ab dem 16. Jahrhundert mit Wohnhäusern bebaut, und es entstand eine Straße, die nach der Erhebung des Burgbergs benannt war: die Bergstraße. Im Bereich dieser Bergstraße bildete sich mit einem Platz der Kern der späteren Calenberger Neustadt. Und auf diesem Platz stand ab 1870 die Neue Synagoge. Damit sind wir wieder am Anfang. Beim schwersten Luftangriff auf Hannover am 9. Oktober 1943 wurde das Viertel um die Bergstraße größtenteils zerstört. Nach dem Krieg wurde der Bereich mit Behörden- und Firmenbauten neu gestaltet, und die Bergstraße verschwand.
Sie stehen am Leibnizufer, auf dem Gebiet der abgegangenen Burg Lauenrode. Sie entstand um 1215 auf einer Insel in der Leine, gegenüber dem Beginenturm der Stadtmauer. 1371 wurde sie erstürmt und von den Bürgern Hannovers geschleift. Gebäudereste haben sich nicht erhalten, auch das Erdreich des Burgberges wurde abgetragen.
Hier stand vor achthundert Jahren eine Burg. Sie hieß Lauenrode und lag auf einer Insel im Fluss, gegenüber der Stadtmauer. Die Burg sollte die Stadt beschützen, aber die Bürger mussten die Wachmannschaft bezahlen, und viele empfanden die Burg als Drohung. 1371 kamen Feinde des Burgherrn und erstürmten sie. Danach durften die Bürger die Burg selbst abreißen. Sie haben das getan, Stein für Stein. Sogar die Erde des Burghügels wurde weggefahren und am anderen Ufer zu einem Wall aufgeschüttet. Deshalb gibt es hier nicht einmal mehr einen Hügel zu sehen.
Koordinaten: 52.372489, 9.728631 · auf der Karte