Stadtohr

Stadtrundgang Hannover · Station 16 von 16

Rosmarinhof 2

· fachwerkhaus, calenberger neustadt, denkmalschutz

Ausführlich

Sie stehen am Rosmarinhof 2, in der Calenberger Neustadt. Wir sind damit zurück in dem Stadtteil, in dem dieser Rundgang begonnen hat, und vor einem Haus, das die passende letzte Station ist: Es ist das Übriggebliebene. Vor Ihnen steht ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus, dreigeschossig und verputzt, mit der früheren Adresse Bäckerstraße 17. Anfang der 1930er Jahre war das kein besonderes Haus. Der Denkmalpfleger Arnold Nöldeke zählte es damals zu einer ganzen Reihe ähnlicher Gebäude entlang der Bäckerstraße 12 bis 21 und beschrieb sie als Fachwerkhäuser aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Eine Reihe von zehn Hausnummern. Heute stehen Sie vor einem davon. Zum Alter gibt es zwei Angaben, und ich nenne Ihnen beide. Nöldeke datierte diese Häuser auf das Ende des 17. Jahrhunderts. Neuere dendrochronologische Untersuchungen datieren dieses Haus auf die Zeit um 1660. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe, um 1660, und sage dazu, dass es zwei gibt. Schon damals stach dieses Haus aus der Reihe hervor, und zwar durch eine Treppe. Die Fassade ist symmetrisch gestaltet, und ihr ist eine doppelläufige Treppe vorgelegt, also eine Treppe, die sich in zwei Läufe teilt. Das hatten die Nachbarhäuser nicht. Wie dieses Haus heute steht, erzählt vom Wiederaufbau. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg, so die Quelle, beim Wiederaufbau bogenförmig von Wohnhausneubauten eingefasst und in eine Hof- und Grünsituation einbezogen. Diese Wohnsiedlung heißt nach dem neuen Straßennamen Rosmarinhof. Sehen Sie sich an, was das bedeutet: Das alte Haus wurde nicht freigestellt und nicht nachgebaut, sondern von einem Bogen neuer Häuser umschlossen und in einen Hof mit Grün gesetzt. An diesem Gebäude hängt eine Gedenktafel, und auch sie erinnert an etwas, das nicht mehr steht. Sie wurde in der Nachkriegszeit für das Geburtshaus von Heinrich Daniel Rühmkorff angebracht, den 1803 geborenen Physiker und Erfinder des Funkeninduktors. Dieses Geburtshaus wurde 1958 abgebrochen. Die Tafel hat also das Haus überlebt, auf das sie zeigt, und hängt nun an einem Nachbarn. Damit schließen wir. Wir haben heute einen Giebel von 1583 in einem Haus der 1950er Jahre gesehen und Balken von 1572 und 1646 an einem Haus von 1972. Zwei Statuen, die den Abriss ihres eigenen Gebäudes überlebt haben. Ein Giebeldreieck, das nach fünfundneunzig Jahren in einem Museumshof wieder ausgegraben wurde. Eine Plattform anstelle einer Brücke, ein Parlament anstelle eines Opernhauses, eine Straße über einem Gasthaus und eine Gedenkstätte anstelle einer Synagoge. Hannovers Altstadt ist keine erhaltene Altstadt. Sie ist eine Sammlung von Stücken, die aufgehoben wurden, und sie sagt offen, welche Stücke das sind. Dieses Haus ist eines davon. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Sie stehen am Rosmarinhof 2 in der Calenberger Neustadt, vor einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus. Der dreigeschossige, verputzte Bau hatte früher die Adresse Bäckerstraße 17. Nach neueren dendrochronologischen Untersuchungen wird er auf die Zeit um 1660 datiert. Hier endet der Rundgang.

Für Kinder

Du stehst vor einem alten Fachwerkhaus. Vor hundert Jahren stand hier eine ganze Reihe solcher Häuser, zehn nebeneinander in der Bäckerstraße. Heute ist nur noch dieses eines übrig. Wie alt es genau ist, weiß man nicht sicher: Früher dachte man, es sei vom Ende des 17. Jahrhunderts. Dann hat man die Jahresringe im Holz untersucht, so wie man das Alter eines Baumes zählt. Danach ist es wohl von etwa 1660. Nach dem Krieg wurden rundherum neue Wohnhäuser in einem Bogen gebaut, sodass das alte Haus jetzt in einem grünen Hof steht. Hier endet unser Rundgang.

Quellen

Koordinaten: 52.371773, 9.727283 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.