Stadtohr

Stadtrundgang Hannover · Station 13 von 16

Altstadt-Flohmarkt

· flohmarkt, leine, stadtkultur

Ausführlich

Sie stehen am Leineufer, zwischen Leintorbrücke und Goethebrücke. Wenn heute Samstag ist, stehen Sie zwischen Tischen mit Trödel. Wenn nicht, stehen Sie an einem leeren Ufer und müssen wissen, dass dies der älteste Flohmarkt Deutschlands ist. Die Idee kam aus Paris. Der hannoversche Flohmarkt entstand nach dem Vorbild des marché aux puces und nach einer Idee von Klaus Partzsch. Am 8. April 1967 richtete Reinhard Schamuhn ihn erstmals aus, und zwar auf dem Holzmarkt rund um den Oskar-Winter-Brunnen, also dort, wo wir vorhin am Fachwerkhaus standen. Zu einer allwöchentlichen Veranstaltung wurde er erst später: Ab 1972 entwickelte Mike Gehrke ihn dazu, nun rund um das Hohe Ufer, und zeitweilig mit bis zu eintausend Anbietern. Diesen Namen haben Sie heute schon gehört. Mike Gehrke war der Stadtimagepfleger, der 1974 wegen der Proteste gegen die Nanas unter Polizeischutz gestellt werden musste. Er war mit Niki de Saint Phalle befreundet und 1973 der Initiator für die Aufstellung der drei Figuren. Derselbe Mann hat diesen Flohmarkt zu einer Institution gemacht. 2005 wurde der Fußweg am Leibnizufer, auf dem die Nanas stehen, nach ihm benannt: Mike-Gehrke-Promenade. Dann ging es abwärts. Durch ein zunehmendes Angebot von Neuwaren und durch zusätzliche, teils spezialisierte Trödelmärkte in und um Hannover verlor der Markt am Leineufer zeitweilig seinen Zuspruch. 2006 gründete sich auf Initiative von Th. Mayer der Freundeskreis Altstadt-Flohmarkt, und im selben Jahr wurde der Markt unter der Bezeichnung Altstadt-Flohmarkt neu belebt, unter der Trägerschaft des Verkehrsvereins und, das ist der entscheidende Punkt, nach Schaffung strenger Regeln. Diese Regeln lohnen sich, weil man an einer Verbotsliste sehr genau sehen kann, was jemand retten wollte. Verboten sind seit 2006: ungebrauchte oder verpackte Ware. Massenware. Jüngere Elektro- und die Quelle zu Elektronik. Bekleidung. Fahrräder und Tiere. Sowie Waffen und kriegsverherrlichende Waren oder Waren mit Symbolen des NS-Regimes. Was dieser Markt sein soll, steht also in dem, was er nicht sein darf: kein Laden, kein Elektronikhandel, kein Kleidermarkt. Gebrauchte Gegenstände, Trödel, Kunstgewerbe, Kunst- und Sammelobjekte, verkauft von privaten Händlern. Ein Kunstwerk gehört noch hierher, und es passt zum Thema. Zwischen 1981 und 1991 stellte der Künstler János Nádasdy in der Pferdestraße vor dem Beginenturm sein Objekt Leine-Entrümpelungen auf: drei übereinandergestapelte Objekte auf einem Betonsockel, die jeweils zeittypische Fundgegenstände aus der Leine zeigen. Dinge, die aus dem Fluss geholt wurden, gestapelt und ausgestellt, direkt neben dem Markt für Dinge aus zweiter Hand. Gewidmet hat er das Objekt mit einer Inschrift Kurt Schwitters.

Kurzfassung

Sie stehen am Leineufer, zwischen der Leintor- und der Goethebrücke. Hier findet jeden Samstag der Altstadt-Flohmarkt statt, der älteste Flohmarkt Deutschlands. Erstmals ausgerichtet wurde er am 8. April 1967. Private Händler verkaufen Trödel, kunstgewerbliche Stücke sowie Kunst- und Sammelobjekte.

Für Kinder

Du stehst am Ufer der Leine. Jeden Samstag bauen hier Leute Tische auf und verkaufen alte Sachen: Es ist der älteste Flohmarkt in ganz Deutschland. Angefangen hat er am 8. April 1967, nach dem Vorbild eines großen Flohmarkts in Paris. Seit 2006 gibt es strenge Regeln, damit es ein echter Flohmarkt bleibt. Verboten sind neue Sachen, Kleidung, Fahrräder und Tiere. Ein Künstler hat hier einmal Dinge ausgestellt, die er aus dem Fluss gefischt hatte, aufeinandergestapelt wie ein Turm. Was würdest du auf einem Flohmarkt verkaufen?

Quellen

Koordinaten: 52.3716, 9.73046 · auf der Karte

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