Sie stehen auf dem Hammaburg-Platz. Hier stand der Hamburger Dom, auch Alter Mariendom genannt. Er wurde in den Jahren 1804 bis 1806 abgerissen. An ihn erinnern die Straßennamen Domstraße und Curienstraße, die nach den Kurienhäusern der Domherren benannt ist. Bis 2024 hieß dieser Platz Domplatz. Die erste einfache Holzkirche entstand vermutlich um 811 unter Bischof Ansgar, als Missionskirche für Norddeutschland und Skandinavien. 845, zwei Jahre nach der Zerstörung durch die Wikinger, wurde der Bischofssitz nach Bremen verlegt. In Hamburg blieb nur das Domkapitel. Zwischen 1035 und 1043 wurde die Kirche erstmals in Stein gebaut. Ab 1245 entstand eine dreischiffige Basilika im frühgotischen Stil, noch im Bau zur Hallenkirche umgebaut und am 18. Juni 1329 geweiht. Zuletzt war der Dom eine fünfschiffige Hallenkirche mit einem Westturm und einem Kreuzgang, der einen Friedhof umschloss. Der Dom gab dem Volksfest den Namen. Seit dem 11. Jahrhundert suchten Händler und Handwerker, die auf dem benachbarten Markt ihre Stände hatten, bei Hamburger Schietwetter Schutz in der Kirche. Nördlich des Turms stand eine Halle, der Schappendom. Dort wurden in der Weihnachtszeit Jahrmärkte abgehalten, aus denen sich das Volksfest entwickelte. Nach dem Abriss verteilten sich die Händler wieder auf die Marktplätze der Stadt, bis ihnen 1893 das Heiligengeistfeld zugewiesen wurde. Seit der Reformation von 1529 war der Dom eine Enklave. Er unterstand auswärtigen Mächten, bis 1648 dem lutherischen Erzbischof-Administrator von Bremen, dann Schweden und ab 1719 dem Kurfürstentum Hannover. Zum Dom gehörte keine Kirchengemeinde. Johannes Bugenhagen, den Martin Luther auf Bitten des Senats geschickt hatte, erarbeitete bis 1529 eine evangelische Kirchenordnung. Der Streit mit den Domherren um die Einkünfte wurde erst 1561 im Bremer Vergleich beigelegt. Kurz vor Weihnachten 1697 wurde der Dom von der Bande des Nikol List heimgesucht. Dieselbe Bande raubte auch den Lüneburger Kirchenschatz, die Goldene Tafel. In zwei Nächten erbeutete sie silberne Siegel, vierzehn silberne Bilder und ein großes silbernes Kruzifix mit einem großen Saphir. Alles zusammen wog 56 Pfund. Als der Raub der silbernen Apostel ging die Tat in die Geschichte des Doms ein. Und das Ende? 1784 wurde die Dombibliothek verkauft, darunter die heute zum Weltdokumentenerbe zählende Hamburger Bibel. Nach 1803 fiel der Dom an die Stadt, 1804 wurde der Abbruch beschlossen, mit der enormen Baulast und der kleinen Domgemeinde als Begründung. Die baufällige Kirche galt dem Zeitgeschmack als „ungeheure, dunkle, fürchterliche Höhle“. Im Juni 1804 fand der letzte Gottesdienst statt. Zuerst mussten die Überreste von etwa 25.000 Toten geborgen werden, die über die Jahrhunderte im und neben dem Dom bestattet worden waren.
Sie stehen auf dem Hammaburg-Platz. Hier stand der Hamburger Dom, auch Alter Mariendom genannt. Er wurde ab 1245 als Basilika gebaut und in den Jahren 1804 bis 1806 abgerissen. Dem Dom verdankt das Volksfest Hamburger Dom seinen Namen.
Du stehst auf einem Platz, auf dem früher eine riesige Kirche stand, der Hamburger Dom. Mit dem Bau wurde 1245 begonnen. Dann wurde er abgerissen, 1804 bis 1806, weil er baufällig war und kaum noch Gottesdienste stattfanden. Aber sein Name lebt weiter. Händler und Handwerker suchten früher bei schlechtem Wetter Schutz in der Kirche. Noch heute gibt es in Hamburg das große Volksfest, das Hamburger Dom heißt, mit Händlern und Schaustellern. Weißt du, wo es seit 1893 seinen Platz hat? Auf dem Heiligengeistfeld.
Koordinaten: 53.549255, 9.997706 · auf der Karte