Sie stehen am Ort der Hammaburg. Von ihr leitet sich der Name Hamburgs ab. Es war eine Niederungsburg der frühen Karolingerzeit, eine Ringwall-Burg auf einem Geestsporn in der Alsterniederung, nahe der Alstermündung in die Elbe. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Traditionell wird die Errichtung auf das frühe 9. Jahrhundert datiert. Nach den Grabungen entstand die Burg schon im 8. Jahrhundert. Ich nenne Ihnen die ältere. Im Januar 2014 wurde bekannt gegeben, dass ihr Standort der heutige Hammaburg-Platz am Speersort ist. Nach den Grabungen von 2005 und 2006 ist von einer Anlage in drei Phasen auszugehen. Die erste war eine sächsische Gründung des 8. Jahrhunderts, ein Adelssitz. Der Burggraben maß etwa 48 mal 58 Meter, und man nimmt einen leicht ovalen Erdwall mit Palisade an. Um 800 wurde der Graben verfüllt. Wahrscheinlich zwischen 817 und 822 wurde die Burg größer neu errichtet, mit einem Graben von etwa 65 mal 75 Metern. Diese zweite Phase ist die, die in den Schriftquellen erstmals 834 erwähnt wird, als Ludwig der Fromme den Missionar Ansgar hierher schickte. 845 griffen dänische Wikinger an. Die Berichte der Zeit zeichnen ein Bild großer Zerstörung, das sich archäologisch aber nicht bestätigen lässt. Ansgar floh und kam über Ramelsloh nach Bremen. Um 850 wurde der Burggraben verfüllt. Erst um 900 wurde die Burg wieder aufgebaut, diesmal mit einem Graben von etwa 85 mal 95 Metern, ihrer größten Ausdehnung. Diese dritte Phase bestand etwa hundert Jahre. Um 1000 wurde sie eingeebnet. Was war drumherum? Im Vorgelände des Erdwalles lag die Vorstadt mit den Unterkünften von Kaufleuten und Handwerkern. Sie grenzte an einen Hafen am ersten, um 820 gegrabenen Fleet der Alster, dem Reichenstraßenfleet, der 1877 zugeschüttet wurde. Die Burg lag verkehrsgünstig bei einer Alsterfurt und war an alte Handelswege wie den Ochsenweg angeschlossen. Etwa 1020 fiel das Gelände an die Kirche unter Erzbischof Unwan. Der Herzog Bernhard II. Billung baute sich eine neue Burg in einer Alsterschleife. Unter Bischof Bezelin-Alebrand wurde die Kirche erstmals in Stein gebaut. Sie ist die Basis des Mariendoms, der bis zu seinem Abriss auf dem Hammaburg-Platz stand. Die Schriftquellen dieser Zeit sind umstritten. Die Lebensbeschreibung Ansgars von Rimbert und die Kirchengeschichte Adams von Bremen verfolgten kirchenpolitische Absichten: Beide wollten Hamburg-Bremen als Erzsitz für ganz Skandinavien legitimieren. Dazu wurde eine frühere Planung eines Erzbistums durch Karl den Großen konstruiert, der seitdem im Volksmund als Stadtgründer gilt. Die jüngere Forschung lehnt das ab. Auf dem Platz stand später das Johanneum, 1838 gebaut und nach Kriegsschäden im Zweiten Weltkrieg abgerissen. Die freie Fläche ermöglichte die Grabungen. Heute ist hier ein Park.
Sie stehen am Ort der Hammaburg, nach der Hamburg benannt ist. Die Niederungsburg wurde in der frühen Karolingerzeit gebaut. Traditionell datiert man sie ins frühe 9. Jahrhundert, nach Grabungen entstand sie schon im 8. Jahrhundert. Ihren Standort am heutigen Hammaburg-Platz wies man 2014 nach.
Du stehst dort, wo vor über tausend Jahren eine Burg stand: die Hammaburg. Von ihr hat Hamburg seinen Namen. In der ersten Zeit war sie vermutlich ein Wall aus Erde mit einem Zaun aus Pfählen. Dreimal wurde sie gebaut, jedes Mal größer. Beim dritten Mal hatte ihr Graben etwa 85 mal 95 Meter. Erst 2014 wurde bekannt, dass Forscher ihren Standort hier nachgewiesen hatten. Vielleicht hast du gehört, Karl der Große habe Hamburg gegründet. Die Forschung lehnt das heute ab. Was glaubst du, warum baut man eine Burg in der Nähe von Flüssen?
Koordinaten: 53.549866, 9.997729 · auf der Karte