Stadtohr

Stadtrundgang Hamburg · Station 15 von 16

Hamburger Börse

1558 · börse, handel, kaufleute, adolphsplatz

Ausführlich

Sie stehen vor der Hamburger Börse am Adolphsplatz. Sie wurde 1558 gegründet und ist die älteste aktive Börse Deutschlands. Das spätklassizistische Gebäude, vor dem Sie stehen, bezog die Börse am 2. Dezember 1841, nach langer Planungszeit. Es ist auf seiner Rückseite mit dem Hamburger Rathaus und dessen Innenhof verbunden, dem Ehrenhof. Das Gebäude ist auch Sitz der Handelskammer. Wie fing es an? Bis zum 16. Jahrhundert trafen sich die Hamburger Kaufleute zumeist am alten Alsterhafen, auf einem Platz inmitten anderer Markthändler, um Geschäfte abzuschließen und Informationen auszutauschen. 1517 gestand der Rat den Kaufleuten das Recht zu, einen Vorstand zu wählen. Aus dieser Interessenvertretung ging die Initiative zu einer Börse hervor. Vor allem die Seehandel treibenden Kaufleute wünschten sich einen festen Handelsplatz, nach dem Vorbild der Börse in Antwerpen, die sie schon kannten. 1558 stellte der Rat eine 400 Quadratmeter große Fläche an der Trostbrücke zur Verfügung, gegenüber dem damaligen Rathaus. Auf dem eingefriedeten Platz, der von 1577 bis 1583 um ein Börsengebäude erweitert wurde, handelte man vor allem mit Waren, in Hamburg spielten englische Tuche eine bedeutende Rolle. Es war von Beginn an eine allgemeine Börse: Großhandelsgeschäfte aller Art, Geld- und Wechselgeschäfte, Versicherungs- und Frachtgeschäfte, auch Wertpapiere. Im 17. Jahrhundert wurde der Handel geregelter, erste Makler vermittelten, und neben der Börse bekam die Commerz-Deputation ihren Sitz. Der Wertpapierhandel nahm zu und wurde 1720 vom Senat sogar eine Zeit lang verboten, weil er das Aktienfieber missbilligte. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts trafen sich 600 Personen zu den Börsenzeiten, um das Jahr 1830 waren es im Tagesdurchschnitt 4000. 1821 legte die Commerz-Deputation dem Senat den Plan einer neuen Börse vor, die im Dezember 1841 fertiggestellt und bezogen wurde. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde die Börse 1914 sechs Wochen lang geschlossen. Ein Kurssturz 1927 und die Weltwirtschaftskrise führten 1931 zur vorübergehenden Schließung der Märkte. 1933 verlor die Börse für die Zeit des Nationalsozialismus ihre Selbstständigkeit. 1951 wurde der Handel mit Aktien und Wertpapieren wiederaufgenommen. Heute stehen vier Einzelbörsen unter dem Dach der Hamburger Börse. Die Hanseatische Wertpapierbörse ist die älteste der acht aktiven Wertpapierbörsen Deutschlands. Die Versicherungsbörse ist neben Lloyd’s of London weltweit der einzige börsliche Marktplatz für Versicherungen. Die Getreidebörse stellt dienstags die Großhandelspreise für 27 Produkte fest. Die Allgemeine Börse, aus der alle anderen hervorgingen, wird heute hauptsächlich von der Immobilienwirtschaft genutzt. Die Immobilienmakler treffen sich dort donnerstags von 13 bis 14 Uhr.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Hamburger Börse am Adolphsplatz. Die Börse wurde 1558 gegründet und ist die älteste aktive Börse Deutschlands. Das spätklassizistische Gebäude bezog sie am 2. Dezember 1841. Es ist auf der Rückseite mit dem Rathaus verbunden.

Für Kinder

Du stehst vor der ältesten Börse Deutschlands. Sie wurde 1558 gegründet. Eine Börse ist ein Ort, an dem Kaufleute Geschäfte machen. Früher trafen sich die Hamburger Kaufleute am alten Hafen, mitten zwischen anderen Händlern. Sie wollten einen festen Platz, und den gab ihnen die Stadt. Später musste ein neues Haus her, weil um das Jahr 1830 jeden Tag 4000 Menschen kamen. Das Haus, das du siehst, wurde 1841 bezogen. Die Kaufleute handelten mit Stoffen, Geld und Waren. Was würdest du gern kaufen oder verkaufen?

Quellen

Koordinaten: 53.549666666, 9.991077777 · auf der Karte

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