Stadtohr

Stadtrundgang Hamburg · Station 16 von 16

Haus Grimm 31

1. Hälfte 16. Jahrhundert · kaufmannshaus, holzbalkendecke, barock, zerstörung

Ausführlich

Hier stand das Haus Grimm 31, ein Hamburger Kaufmannshaus auf der damaligen Insel Grimm in der Altstadt. Gebaut wurde es in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. 1943 wurde es durch Bomben zerstört. Das Portal von 1691 passte sich in die Umgebung der Häuser in Grimm und Cremon ein. Wie bei anderen Häusern aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts waren Portal und Fenster fast gleichberechtigte Elemente der Fassade. Das Portal schmückten pflanzliche Motive und ein Engelskopf. Auch Seejungfrauen zierten es, vermutlich die einzigen ihrer Art in ganz Hamburg. Bekannt war das Haus vor allem durch eine prunkvolle Holzbalkendecke aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Den Auftrag gab der damalige Besitzer, der Kramer Christian Hasenbank. Ursprünglich war die Decke auf mehrere Zimmer des Obergeschosses verteilt. Durch eine Schenkung des Hauseigentümers J. Hansen kam sie ans Museum für Hamburgische Geschichte. Dort ist sie seit 1922 in der Kaufmannsdiele zusammengesetzt und eingebaut, zusammen mit anderen Einrichtungsgegenständen aus Hamburger Kaufmannshäusern, darunter aus dem Haus Deichstraße 53. So wollte es das Konzept der Architekturfragmente von Fritz Schumacher. Stellen Sie sich die Decke vor. Sie ist ein charakteristisches Beispiel für die barocke Dekorationsmalerei und Raumbemalung in Hamburg. Sie liegt auf Kiefernbrettern, von denen noch 151 erhalten sind. In der Kaufmannsdiele werden sie durch 17 rekonstruierte Querbalken und 68 weitere Bretter ergänzt. Zu sehen sind grob gezeichnetes Rankenwerk, Putten und andere Gestalten bei spielerischen und derben Handlungen. Dazu kommen Scherze. Ein Motiv zeigt Kain und Abel und verweist damit auf eine alte Hamburger Redensart: „Im Grimm“ sei die älteste Straße der Welt. Denn laut Bibel erschlug Kain den Abel im Grimm. Von dem Haus selbst existieren noch einige Fotos und Zeichnungen. Damit endet unser Rundgang. Er begann am Hafen und führte über Museen, Kirchen und Handelshäuser zu einem Haus, das es nicht mehr gibt. Nicht auf diesem Weg liegt das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn. Es braucht eigene Zeit. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Hier stand das Haus Grimm 31, ein Kaufmannshaus aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. 1943 zerstörten es Bomben. Seine bemalte Holzbalkendecke ist im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen. Hier endet der Rundgang. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Für Kinder

Hier stand früher das Haus Grimm 31. Es war ein Kaufmannshaus. Im Zweiten Weltkrieg wurde es durch Bomben zerstört. Aber eine Decke aus dem Haus war schon vorher ins Museum gekommen, eine Zimmerdecke aus Holzbalken, bemalt mit Ranken, kleinen Engelsfiguren und lustigen Gestalten. Sie ist heute im Museum für Hamburgische Geschichte eingebaut. Auf 151 Brettern ist noch die alte Malerei zu sehen. Wenn du eine Zimmerdecke bemalen dürftest, was würdest du darauf malen? Damit endet unser Rundgang. Danke, dass du mitgegangen bist.

Quellen

Koordinaten: 53.546274, 9.99346 · auf der Karte

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