Sie sind bei Dialog im Dunkeln. Der Name ist das Programm. Blinde Menschen führen Besuchergruppen durch eine völlig abgedunkelte Ausstellung. In der Dunkelheit sind Alltagssituationen nachgestaltet, etwa ein Park, eine Stadtlandschaft oder eine Bar, mit Düften, Wind, Temperaturen, Tönen und Texturen. Das Konzept ist ein Rollentausch: Blinde Menschen gewährleisten die Orientierung, die Sehenden werden aus ihren gewohnten Wahrnehmungsroutinen herausgelöst. Es soll eine Begegnung auf Augenhöhe sein. Die Idee kam von Andreas Heinecke. Er arbeitete als Journalist für den Südwestfunk und sollte ein Training entwickeln, das einem erblindeten Kollegen die Rückkehr in den Beruf erleichtern sollte. Behinderung und Blindheit waren ihm bis dahin fremd. Die Zusammenarbeit brachte ihn 1988 auf eine Frage: Was passiert, wenn man das Licht ausschaltet, einen Raum komplett verdunkelt und blinde und sehende Menschen mit vertauschten Rollen zur Begegnung einlädt? Erste Experimente im Dunkeln folgten. 1989 wurde in Frankfurt der erste Dialog im Dunkeln eröffnet. Im Jahr 2000 folgte in Hamburg die erste dauerhafte Ausstellung. Sie startete zunächst zeitlich begrenzt und mit staatlicher Förderung und wurde später dauerhaft eingerichtet. Einige Zahlen. Seit 1988 wurde die Ausstellung in über dreißig Ländern und mehr als 130 Städten gezeigt. Mehr als neun Millionen Besucher hat sie erreicht. Dabei sind etwa 9000 Arbeitsmöglichkeiten für Blinde und Sehbehinderte entstanden. In Hamburg besuchen jährlich rund 90.000 Menschen das Dialoghaus. Neben dem Dialog im Dunkeln gibt es hier den Dialog im Stillen. Zeitweise gehörten weitere Ausstellungen zum Angebot: Dialog mit der Zeit, 2017 eröffnet und im Zuge der Pandemie eingestellt, und Kids im Dialog, das bis Mitte 2025 angeboten wurde. Zum Haus gehört außerdem ein Workshopcenter, in dem Workshops im Dunkeln und im Stillen stattfinden, also ohne gesprochene Sprache. Dialog im Dunkeln ist ein Social-Franchise-Produkt der Dialogue Impact gGmbH. Dauerhafte Ausstellungen gibt es auch in Frankfurt am Main, dort seit 2005 als Dialogmuseum, und in Wien. Weitere stehen unter anderem in Israel, der Türkei, Südkorea, Hongkong, Indien, Australien, China, Thailand, Japan, Malaysia, Italien, Mexiko, Russland und Argentinien.
Sie sind bei Dialog im Dunkeln. In einer völlig abgedunkelten Ausstellung führen blinde Menschen Besuchergruppen durch nachgestaltete Alltagssituationen. Die Idee stammt von Andreas Heinecke und geht auf das Jahr 1988 zurück. In Hamburg gibt es sie seit dem Jahr 2000 dauerhaft.
Stell dir vor, du gehst in einen Raum, in dem es völlig dunkel ist. Kein Licht, gar nichts. Genau das passiert hier. Blinde Menschen führen dich und deine Gruppe durch die Dunkelheit. Sie sorgen dafür, dass du dich zurechtfindest. Du riechst und fühlst und hörst: einen Park, eine Straße, sogar eine Bar. Die Idee hatte ein Mann namens Andreas Heinecke, 1988. Inzwischen gab es die Ausstellung in über dreißig Ländern. Was glaubst du, wie sich ein Park anfühlt, wenn du ihn nicht sehen kannst?
Koordinaten: 53.54619444, 10.00161111 · auf der Karte