Stadtohr

Stadtrundgang Halle (Saale) · Station 11 von 16

Moritzburg

2000 · burg, erzbischof, residenz, museum

Ausführlich

Sie stehen vor der Moritzburg, einer Burgruine, die als Museum rekonstruiert wurde. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 2000, die Baugeschichte der Burg beginnt 1484. Die Geschichte dieser Burg ist die Geschichte der verlorenen Freiheit der Stadt. Schon im 13. Jahrhundert hatten die starken Pfänner durch den Kauf von Freiheiten und Privilegien die Stadt immer mehr vom Einfluss des Landesherrn, des Erzbischofs von Magdeburg, befreit. 1263 hatte Halle praktisch die politische Autonomie erreicht. Im 15. Jahrhundert wuchs aus den Handwerksinnungen eine Opposition, die Sitz und Stimme im Rat wollte. Sie verbündete sich mit dem Landesherrn und öffnete 1479 den erzbischöflichen Truppen die Stadttore. Der erst 14-jährige Erzbischof Ernst von Wettin zog ein, und der Calber Landtag beschloss, in Halle ein festes Schloss zu bauen, um die Stadt in Gehorsam zu halten. Am 25. Mai 1484 legte Ernst in einer festlichen Prozession selbst den Grundstein. Die Burg erhielt den Namen des Schutzpatrons des Landes, St. Mauritius. Am 25. Mai 1503 zog der Erzbischof ein. Der Bau hatte über 150.000 Gulden gekostet, finanziert vor allem aus den 1479 eingezogenen Solgütern der Pfänner. Schauen Sie auf den Grundriss: ein fast regelmäßiges Viereck von etwa 72 mal 85 Metern, umgeben auf drei Seiten von einem 20 bis 25 Meter breiten und 10 Meter tiefen Graben. Der Westflügel war die Schauseite. Sein Treppenhaus greift in den Baukörper hinein, eine der ersten Treppen dieser Art im deutschsprachigen Raum. Ernsts Nachfolger Albrecht von Brandenburg holte 1517 den Dominikaner Johann Tetzel in die Moritzburg und förderte den Ablasshandel. Er finanzierte damit seine Reliquiensammlung, das Hallesche Heiltum, 353 Reliquiare. Nach der Reformation gab Albrecht die Stadt verloren und zog sich nach Mainz zurück. Im Dreißigjährigen Krieg beschädigte 1637 ein Feuer die Burg weitgehend, und 1639 sprengten sächsische Truppen die Südwest-Bastion mit einer Mine, um die schwedische Besatzung zur Aufgabe zu zwingen. Danach blieb die Burg Ruine, und der Wohnsitz des Erzbischofs wurde offiziell in die benachbarte Neue Residenz verlegt. Seit 1904 ist hier ein Kunstmuseum. Von 2005 bis Dezember 2008 bauten die Architekten Enrique Sobejano und Fuensanta Nieto Nord- und Westflügel für das Museum aus.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Moritzburg, einer als Museum rekonstruierten Burgruine. 1484 wurde der Grundstein für die spätere Residenz der Magdeburger Erzbischöfe gelegt. Im Dreißigjährigen Krieg beschädigt, blieb sie weitgehend Ruine. Seit 1904 beherbergt sie ein Kunstmuseum.

Für Kinder

Die Moritzburg war einmal eine Burg. Ein Erzbischof ließ sie bauen. Er war erst 14 Jahre alt, als er 1479 in die Stadt einzog. Er wollte, dass die Hallenser ihm gehorchen. Den Grundstein legte er 1484. Im Dreißigjährigen Krieg brannte die Burg, und Soldaten sprengten eine Bastion mit einer Mine. Danach blieb sie lange Ruine. Heute ist ein Kunstmuseum darin. Um die Burg herum verläuft ein tiefer Graben, 10 Meter tief. Kannst du ihn finden?

Quellen

Koordinaten: 51.486111, 11.963333 · auf der Karte

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