Sie stehen am Kunstmuseum Moritzburg, dem Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt. Es ging aus dem 1885 gegründeten Städtischen Museum für Kunst und Kunstgewerbe hervor, das zunächst im alten Eich- und Waagamt am Großen Berlin untergebracht war. 1904 kam ein zweiter Standort in der Moritzburg hinzu, seit 1921 sind alle Sammlungen dort vereint. 1908 wurde Max Sauerlandt als erster bezahlter Verwalter der städtischen Sammlungen berufen, ab 1910 war er Direktor. Er legte den Fokus auf die zeitgenössische Kunst der Moderne und erwarb unter anderem Arbeiten von Max Liebermann, Lovis Corinth, dem jungen Max Beckmann, Wilhelm Lehmbruck und Emil Nolde. Der Ankauf von Noldes Abendmahl 1913 löste ein Jahr später einen bundesweiten Museumsstreit aus: Darf ein Museum zeitgenössische Kunst erwerben? Der Gegner war Wilhelm von Bode, Direktor der Königlichen Gemäldegalerie in Berlin. Im Herbst 1924 vermittelte Sauerlandt, inzwischen in Hamburg, den Erwerb von 24 expressionistischen Werken aus der Sammlung von Ludwig und Rosy Fischer. Ab 1925 hingen sie im Kuppelsaal der Moritzburg, und das Museum rückte in die erste Reihe der deutschen Kunstmuseen der Moderne auf. Unter Alois Schardt, Direktor seit 1926, bekam es 1929 als eines der ersten überhaupt elektrische Beleuchtung. Im selben Jahr holte Schardt Lyonel Feininger mit einem Stipendium nach Halle. Im Obergeschoss des Torturms richtete man ihm ein Atelier ein. Die Serie seiner elf Halle-Bilder kaufte das Museum 1931 geschlossen an, zusammen mit 29 Zeichnungen. Bis 1933 erarbeitete es sich einen legendären Ruf. Dann kamen die Nationalsozialisten, die die Moderne als Entartete Kunst diffamierten. Zum Jahreswechsel 1936 auf 1937 sah der irische Dramatiker Samuel Beckett die Sonderpräsentation Entartete Kunst im Dachgeschoss des Talamts. Im August 1937 beschlagnahmte man aus der Sammlung Werke von dreißig Künstlern, darunter Otto Dix, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Franz Marc und Emil Nolde. Das Museum verlor damit seine herausragenden Werke, das, was seine Identität ausmachte. Von 2005 bis 2008 wurde das Haus erweitert, seit dem 13. Dezember 2008 ist das erweiterte Museum zugänglich.
Sie stehen am Kunstmuseum Moritzburg, dem Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt. Es ging aus dem 1885 gegründeten Städtischen Museum für Kunst und Kunstgewerbe hervor. Seit 1921 sind alle Sammlungen in der Moritzburg vereint. Es zählt zu den bedeutenden Museen der Moderne in Deutschland.
In diesem Museum hängen Bilder von Künstlern der Moderne. 1913 kaufte der Direktor Max Sauerlandt ein Bild von Emil Nolde. Das sorgte in ganz Deutschland für Streit: Darf ein Museum Kunst kaufen, die gerade erst gemalt wurde? Später bekam der Maler Lyonel Feininger in der Burg sogar ein Atelier im Torturm und malte elf Bilder von Halle. Doch 1937 nahmen die Nationalsozialisten dem Museum viele Werke weg, weil sie die moderne Kunst schlechtmachten. Was würdest du ausstellen, wenn dir ein Museum gehörte?
Koordinaten: 51.486505, 11.963714 · auf der Karte