Sie stehen vor Schloss Friedrichsthal, einer barocken Schlossanlage östlich von Schloss Friedenstein. Von 1708 bis 1711 ließ sich Herzog Friedrich II. von Sachsen-Gotha-Altenburg hier ein Sommerpalais erbauen. Der Herzoglich Gothaische Oberbaudirektor Wolf Christoph Zorn von Plobsheim errichtete es nach dem Vorbild von Versailles als barocke Dreiflügelanlage. Benannt ist es nach dem Herzog und nach seiner Lage: Friedrichsthal. Hinter dem Schloss lag ein barocker Lustgarten mit Statuen, Wasserspielen und einer Grotte, den es nicht mehr gibt. Gegenüber stand das Ordonnanzhaus für die herzogliche Leibwache zu Pferd. An seiner Stelle entstand zwischen 1747 und 1767 die Orangerie, nach Plänen von Gottfried Heinrich Krohne. Er richtete die Gebäude so auf das Schloss aus, dass sie wie eine Verlängerung seiner Seitenflügel wirken, und verband es optisch mit dem höher gelegenen Schloss Friedenstein. 1781 entwarf Johann David Weidner erweiternde Flügelbauten, ausgeführt wurden sie 1793. Sie prägen bis heute das Bild des Schlosses. 1821 schenkte Herzog Emil August seiner Gemahlin Caroline Amalie das Schloss samt Winterpalais. Sie nutzte es bis zu ihrem Tod 1848 als Sommerwohnsitz. Und dann eine Liebesgeschichte. In den 1860er und 1870er Jahren wohnte hier Prinz Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha mit seiner Frau Constanze Geiger, einem musikalischen Wunderkind, Pianistin, Komponistin und Schauspielerin. Sie hatten 1861 in Wien katholisch geheiratet, ohne die Genehmigung von Herzog Ernst II. einzuholen. Trotzdem erhob Ernst II. sie am 12. Oktober 1862 zur Freifrau von Ruttenstein. Das anfangs sehr gespannte Verhältnis wurde ab 1863 freundschaftlich. 1869 und 1870 spielte sie neben dem Herzog in Privataufführungen am Ekhof-Theater in Schloss Friedenstein und am Coburger Hoftheater. Bis 1918 war im Schloss das gothaische Staatsministerium, danach bis 1945 das Landratsamt, nach dem Krieg die Kommandantur der Sowjetischen Militäradministration. Seit 1958 ist hier eine Fachschule. Vom Inneren blieben nur Reste der barocken Ausstattung, etwa das Treppenhaus. Besichtigen kann man es nur am Tag der offenen Tür der Fachschule.
Sie stehen vor Schloss Friedrichsthal, einer barocken Dreiflügelanlage östlich von Schloss Friedenstein. Herzog Friedrich II. ließ es von 1708 bis 1711 als Sommerpalais nach dem Vorbild von Versailles erbauen. Heute gehört es der Stadt und beherbergt eine Fachschule.
Das ist ein Sommerschloss. Ein Herzog ließ es zwischen 1708 und 1711 bauen, und er wollte, dass es aussieht wie das Schloss von Versailles. Es heißt Friedrichsthal, nach dem Herzog und weil es im Tal liegt. Hinter dem Schloss gab es einen Garten mit Statuen, Wasserspielen und einer Grotte. Später wohnte hier ein Prinz mit seiner Frau, die Schauspielerin war. Sie trat sogar gemeinsam mit einem Herzog auf. Heute ist im Schloss eine Fachschule mit einer Modellbahn, an der man Weichen und Signale stellt. Was würdest du in einem Sommerschloss tun?
Koordinaten: 50.9472, 10.7104 · auf der Karte