Sie stehen auf dem Wilhelmsplatz. Dieser Platz entstand bis 1824, indem man das Barfüßerkloster abräumte, und hieß zunächst Neuer Markt. Dann kam das Jahr 1837, und mit ihm die Hundertjahrfeier der Georg-August-Universität. Wilhelm IV. war König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland und in Personalunion König von Hannover. In dieser Eigenschaft war er formell Rektor der Universität, und für die Säkularfeier stiftete er die Aula, die von 1835 bis 1837 am Platz errichtet wurde. Die Stadt benannte den Platz nach ihm und schenkte der Universität zusätzlich ein Denkmal. Den Auftrag erhielt 1836 der Bildhauer Ernst von Bandel, der auch den Figurenschmuck im Tympanon der Aula gestaltete. Ministerium und König billigten das Vorhaben im Oktober 1836. Gegossen wurde in der Rothehütte im Harz, fertig war der Guss Ende August 1837. Sehen Sie sich die Figur genau an. Auf einem hohen steinernen Postament steht ein etwa drei Meter hohes Standbild aus Gusseisen, farblich bronziert. Der König trägt Marineuniform unter dem Krönungsmantel und streckt die rechte Hand aus. Auf der Front steht lateinisch GUILIELMUS QUARTUS REX PATER PATRIAE, Wilhelm der Vierte, König, Vater des Vaterlands. Der Kunsthistoriker Gerd Unverfehrt deutete die Hand als weisende Gebärde, mit Bezügen auf das Marc-Aurel-Denkmal in Rom und das Max-Joseph-Denkmal in München. Nun das rechte Bein. Es ist eigentümlich gestreckt, und der Grund ist kein Entwurf, sondern ein Gussfehler: Das Bein musste nachträglich verkürzt werden. Und jetzt die Enthüllung am 17. September 1837. Dabei war König Ernst August, der seinem am 20. Juni verstorbenen Bruder auf den Thron gefolgt war. Er hatte im Juli 1837 das relativ freiheitliche Staatsgrundgesetz seiner Vorgänger aufgehoben, wogegen sich in Göttingen Protest erhob. Im Dezember 1837 wurden sieben Professoren entlassen, die Göttinger Sieben. Es wird berichtet, dass sich Ernst August bei der Enthüllung abwandte und man das als böses Vorzeichen deutete. Noch eine Pointe: Das Standbild zeigte jahrzehntelang nicht zur Aula, sondern nach Westen, zur ehemaligen Königlichen Justizkanzlei. Die Geste wirkte dadurch beziehungslos, und der verärgerte Bandel verbreitete die Spottdeutung, der König prüfe mit der Hand, ob es in Göttingen schon wieder regne. Erst im September 1900 wurde das Denkmal an die Südseite versetzt und um neunzig Grad gedreht, so dass es auf das Portal der Aula blickt. In den 1930er Jahren nannten die Göttinger es spöttisch den eisernen Wilhelm. Der Platz selbst wechselte weiter: 1901 Schmuckplatz, 1936 ein mit Steinplatten belegter Aufmarschplatz, im Zweiten Weltkrieg ein Löschwasserteich, in den 1960er Jahren ein Parkplatz, seit 1987 wieder eine Grünanlage.
Sie stehen auf dem Wilhelmsplatz vor dem Denkmal für Wilhelm IV. Es steht hier seit 1837 und erinnert an den englisch-hannoverschen König und an das hundertjährige Jubiläum der Universität. Es ist das einzige Denkmal in Deutschland für einen britischen König.
Vor dir steht ein König aus Eisen. Er heißt Wilhelm der Vierte und war König in England und in Hannover. 1837 feierte die Universität ihren hundertsten Geburtstag, und zum Fest bekam sie dieses Denkmal geschenkt. Schau auf sein rechtes Bein. Es sieht komisch gestreckt aus. Das war keine Absicht: Beim Gießen ging etwas schief, und das Bein musste kürzer gemacht werden. Lange zeigte seine Hand in die falsche Richtung, und die Leute machten Witze: Der König fühle, ob es schon wieder regnet. Wohin würdest du seine Hand zeigen lassen?
Koordinaten: 51.533633, 9.938155 · auf der Karte