Sie stehen am Ritterplan vor dem Städtischen Museum Göttingen, und Sie stehen damit vor mehreren Häusern. Das Kerngebäude ist der Hardenberger Hof, der einzige erhaltene Renaissance-Adelssitz der Stadt. Errichtet hat ihn 1592 der braunschweigische Kanzler Johann von Jagemann, von 1619 bis 1812 diente er der Familie von Hardenberg als Stadthof, und in seinem Kern steckt ein mutmaßliches mittelalterliches Steinwerk. 1896 erwarb die Stadt das Baudenkmal und ließ es nach Plänen von Stadtbaurat Heinrich Gerber umbauen. Aus diesem Umbau stammen die Dachgestaltung mit dem großen Zwerchhaus und den Gauben sowie der Kapellenbau an der westlichen Schmalseite, den der Museumsgründer Moritz Heyne sich ausdrücklich wünschte, um kirchliche Ausstellungsstücke zeigen zu können. Am 28. November 1897 wurde eröffnet. Jetzt der Blick nach links. An das Nachbarhaus ist eine blinde Fachwerkfassade geheftet, die vom Siedentopfschen Haus stammt. Man hat sie nach dem Abbruch eines Altstadthauses aus dem 16. Jahrhundert in der Roten Straße hierher versetzt, als Anschauungsstück. Das Museum hat sich dann weiter nach Westen gefressen. Ab 1906 und erneut ab 1912 nutzte es Räume der Alten Post, bis 1935 kam das ganze zweigeschossige Eckgebäude bis zur Jüdenstraße hinzu, das im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts als Unterkunft und Remise der Post angelegt und von 1865 bis 1879 von der Höheren Mädchenschule genutzt worden war. 1978 und 1979 kam die Jüdenstraße 39 dazu, das Posthalterhaus: ein dreigeschossiges Fachwerkhaus von 1739, erbaut als kurfürstlich hannoversche Post. Es ist für die Göttinger Fachwerkkunde wichtig, weil hier noch eine Geschoss-Vorkragung ausgeführt wurde, eines der letzten Häuser mit diesem Merkmal. Und dann das Problem. Seit 2009 sind in den Fachwerkbauten Alte Post und Alte Remise beträchtliche Bauschäden bekannt, weshalb der größte Teil der Dauerausstellung schließen musste. Eine Teilsanierung wurde 2017 abgeschlossen. Nach dem Stand vom Sommer 2021 bestanden noch Unklarheiten über die Instandsetzung des Hardenberger Hofs und über Ergänzungsbauten auf der Hofseite, eine Gesamtwiedereröffnung lässt weiter auf sich warten. Zu sehen sind in dieser Zeit Sonderausstellungen, die Sammlung kirchlicher Kunst vom 12. bis 19. Jahrhundert, Teile des Hardenberger Hofs und der Museumsgarten am Ritterplan. Ein Stück aus diesem Haus werden Sie später noch brauchen: Im Foyer steht seit 1990 die originale Figur des Gänseliesels, witterungsgeschützt und ungeküsst.
Sie stehen am Ritterplan vor dem Städtischen Museum Göttingen. Das Kerngebäude ist der Hardenberger Hof, 1592 errichtet und der einzige erhaltene Renaissance-Adelssitz der Stadt. Das Museum öffnete hier am 28. November 1897. Die Sammlung umfasst rund einhundertfünfzigtausend Objekte.
Du stehst vor einem Museum, das aus mehreren alten Häusern besteht. Das wichtigste ist von 1592 und gehörte einem Kanzler, also einem sehr wichtigen Beamten. Schau an die Wand neben dem Museum. Dort hängt eine Hausfassade aus Fachwerk, die gar nicht zum Haus gehört. Man hat sie von einem abgerissenen Haus hierher gebracht, damit die Leute sie anschauen können. Seit 2009 sind einige Gebäude kaputt, deshalb ist der große Teil der Ausstellung geschlossen. Welches Ding aus deinem Zimmer würde in hundert Jahren ins Museum passen?
Koordinaten: 51.536, 9.93692 · auf der Karte