Sie stehen im Alten Botanischen Garten, und Sie stehen in einem Garten, der von Anfang an ein Arbeitsmittel war. Albrecht von Haller begründete ihn 1736 als Hortus medicus, unmittelbar nachdem die Universität eingerichtet worden war. Hortus medicus heißt: ein Garten für Heilpflanzen, angelegt für die Lehre der Medizin. Haller war von 1736 bis 1753 Direktor. Danach folgte eine lange Reihe: Johann Gottfried Zinn ab 1753, Johan Andreas Murray ab 1769, Georg Franz Hoffmann ab 1792, Heinrich Adolf Schrader ab 1803, Friedrich Gottlieb Bartling von 1837 bis 1875, Hermann zu Solms-Laubach von 1879 bis 1888, Gustav Albert Peter von 1888 bis 1923, Gerhard Wagenitz von 1963 bis 1995. Dazu Inspektoren wie Carl Bonstedt von 1900 bis 1931. Der Garten wuchs auch durch Zufälle der Politik: Als die Universität Helmstedt 1810 aufgehoben wurde, gingen deren Pflanzenbestände auf Göttingen über. Nach dem Abbruch der Häuser Hallers am Garten entstanden hier 1956 die Gebäude des Albrecht-von-Haller-Instituts für Pflanzenwissenschaften, das heute den Garten betreut und auch die Algensammlung und das Herbarium der Universität verwaltet. Jetzt die Wege. Die historische Anlage liegt innerhalb des Stadtwalls, später wurde sie außerhalb erweitert. Beide Teile sind durch drei historische Tunnel verbunden, die den Wall unterqueren. Innerhalb des Walls finden Sie Gewächshäuser: das historische Farnhaus, die Orangerie, das Kalthaus, das Regenwaldhaus, dazu Häuser für Cycadeen, Araceen, Sukkulenten und Kakteen. Außerhalb des Walls ist die Bepflanzung nach den neuesten phylogenetischen Erkenntnissen geordnet, also nach der Verwandtschaft der Pflanzen, und Infotafeln erklären die Systematik des Pflanzenreichs. Dort liegen auch ein Alpinum mit verschiedenen Lebensräumen, ein historischer Garten und ein Arboretum. Betrieben wird die Anlage nach den Grundsätzen der Biodiversitätskonvention. Bleiben Sie an einer der Nisthilfen stehen, die der Arbeitskreis Wildbienen der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen 2019 installiert hat. Sie sollen unter anderem darüber aufklären, dass viele beliebte Nisthilfen aus dem Baumarkt für Bienen ungeeignet sind. Hier und im Experimentellen Botanischen Garten wurden über einhundert Wildbienenarten nachgewiesen, darunter viele seltene und bedrohte. Mehr als zwölftausend Pflanzenarten auf fünf Hektar, etwa einhunderttausend Besucher im Jahr, und am Rand des Geländes das Café Botanik. Den Namen Haller merken Sie sich: An der nächsten Station kommt er noch einmal vor, in einer ganz anderen Rolle.
Sie stehen im Alten Botanischen Garten der Universität, im Nordosten der mittelalterlichen Innenstadt. Begründet hat ihn 1736 Albrecht von Haller als Hortus medicus, als Arzneigarten. Der Garten zeigt mehr als zwölftausend Pflanzenarten. Im Jahr kommen etwa einhunderttausend Besucher.
Du bist in einem Garten, der zur Universität gehört. Er wurde 1736 angelegt, von einem Forscher namens Albrecht von Haller. Damals war er ein Garten für Heilpflanzen: Wer Arzt werden wollte, musste die Pflanzen kennen, aus denen man Medizin macht. Heute wachsen hier mehr als zwölftausend verschiedene Pflanzenarten. Es gibt Gewächshäuser für Farne, für Kakteen und sogar ein Haus für Regenwaldpflanzen. Im Garten hängen Nisthilfen für Wildbienen. Über einhundert Bienenarten wurden hier schon gefunden. Wie viele Bienenarten kennst du mit Namen?
Koordinaten: 51.5382, 9.9367 · auf der Karte