Stadtohr

Stadtrundgang Göttingen · Station 11 von 16

Stadtbibliothek Göttingen

· bibliothek, bücher, stadtgeschichte

Ausführlich

Sie stehen vor der Stadtbibliothek Göttingen, und das ist eine Einrichtung, die fast ihre ganze Geschichte im Umzugswagen verbracht hat. Gegründet wurde sie am 21. Oktober 1897 als Göttinger Volksbibliothek, und zwar nicht von der Stadt, sondern vom Allgemeinen Deutschen Schulverein. Sie begann in Räumen der Volksschule am Albaniplatz. 1900 übernahm ein Verein Volksbibliothek die Trägerschaft, 1902 zog die Bibliothek an den Ritterplan 8. Diese Adresse kennen Sie: Es ist eines der Häuser des Städtischen Museums, an dem wir vorbeigekommen sind. Seit 1934 ist die Stadt Göttingen Trägerin, und mit dem Trägerwechsel kam der Eingriff: Die Bestände wurden nationalsozialistisch gesäubert, und die Einrichtung hieß nun Städtische Volksbücherei. 1943 zog sie in die Weender Straße 69 und wurde mit einem akademischen Lesesaal zusammengelegt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs blieb sie 1945 einen Monat geschlossen, um etwa zweitausend Bände nationalsozialistischer Literatur auszusortieren. Diese beiden Sätze gehören zusammen und sollten nebeneinander stehen bleiben: einmal gesäubert in die eine Richtung, einmal in die andere. In den 1960er Jahren entstanden die ersten Zweigstellen in den Ortsteilen. 1963 musste die Bibliothek wieder umziehen, weil ihr Gebäude abgerissen wurde, diesmal in die Lange Geismarstraße 73. Den Namen Göttinger Stadtbibliothek trägt sie seit 1974, und 1980 kam sie an ihren heutigen Ort, das ehemalige Stadthaus in der Gotmarstraße 8. Dieses Haus wurde 1901 und 1902 nach Entwurf von Stadtbaurat Friedrich Jenner gebaut, weil im Alten Rathaus der Platz fehlte. 2008 wurde es nach Thomas Buergenthal benannt, dem Völkerrechtler und Journalisten. Was Sie hier ausleihen können, ist nicht nur gedruckt. Zum Bestand von rund einhundertvierundachtzigtausend Medien gehören Bücher, Zeitschriften, Noten, DVDs, CDs und Spiele, dazu eine Bibliothek der Dinge und eine Saatgutbibliothek. Es gibt Internetplätze, Schulungen, Führungen, Angebote für Kindergärten und Schulen, Ausstellungen und Lesungen, eine eigene Kinderbibliothek sowie einen Jugend- und einen Elternbereich. Zweigstellen liegen in Elliehausen, Geismar, Grone, Nikolausberg, Roringen und Weende, und die Onleihe ist die Zweigstelle im Internet. Wir gehen jetzt zum Markt, zu dem bekanntesten Gegenstand der Stadt.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Stadtbibliothek Göttingen in der Gotmarstraße, im Thomas-Buergenthal-Haus. Gegründet wurde sie am 21. Oktober 1897 als Göttinger Volksbibliothek. Trägerin ist seit 1934 die Stadt. Der Bestand umfasst rund einhundertvierundachtzigtausend Medien.

Für Kinder

Du stehst vor der Stadtbibliothek. Hier kannst du etwa einhundertvierundachtzigtausend Sachen ausleihen: Bücher, Zeitschriften, Noten, Filme, Musik und Spiele. Die Bibliothek ist alt, sie wurde 1897 gegründet. Aber sie musste immer wieder umziehen, weil ihre Häuser zu klein waren oder abgerissen wurden: vier Umzüge, bis sie 1980 hier ankam. Zweimal wurden Bücher aussortiert, nicht weil sie kaputt waren, sondern weil die Leute an der Macht sie nicht mochten. Was würdest du dir hier als Erstes ausleihen?

Quellen

Koordinaten: 51.5335, 9.93385 · auf der Karte

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