Sie stehen auf dem Albani-Friedhof. Das Gelände hat etwa zwölftausendsechshundert Quadratmeter, viele alte Bäume, und es grenzt im Norden an den Cheltenhampark. Der Zugang liegt am Teichweg oder am Schildweg. Eingeweiht wurde der Friedhof 1783, für die Albani- und die Nikolaigemeinde und für das St. Crucius Hospital. 1881 endete die regelmäßige Nutzung, 1902 fand die letzte Beerdigung statt. Suchen Sie das eingefriedete Granitgrabmal. Es ist neugotisch, und es ist das Grab von Carl Friedrich Gauß, der 1855 starb. Aufgestellt wurde es erst im Januar 1859. Der Entwurf von 1856 stammt von dem hannoverschen Architekten Heinrich Köhler, ausgeführt hat ihn der hannoversche Bildhauer Carl Dopmeyer, das Bronzemedaillon schuf Heinrich Hesemann. Gauß ist nicht allein. Auf diesem Friedhof liegen Johann Friedrich Blumenbach, Zoologe und Anthropologe, dessen Sammlungen Sie an der nächsten Station wiedersehen. Dazu Johann Friedrich Gmelin, Mediziner und Naturwissenschaftler. Johann Friedrich Herbart, Philosoph, Psychologe und Pädagoge. Rudolf Hermann Lotze, Philosoph. Otto Jahn, Philologe, Archäologe und Musikwissenschaftler. Friedrich Benjamin Osiander, Mediziner und Geburtshelfer. Johann Eduard Wappäus, Geograph und Statistiker. Dazu zwei Göttinger Architekten und Bauunternehmer, Friedrich Krafft und Christian Friedrich Andreas Rohns. Das Grab des Landeshistorikers Wilhelm Havemann ist verschollen. Und auf dem Grabmal von Bertha Anna Stieren steht ein Marmorengel von Ernst von Bandel, einem Bildhauer, der uns an der vierten Station noch einmal begegnet. Hier liegt also, auf einem kleinen Feld zwischen alten Bäumen, ein gutes Stück der Göttinger Gelehrtengeschichte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Areal stark beschädigt. Viele Gräber und die Umgebungsmauer gingen verloren, dreissig Grabmäler sind übrig, das älteste von 1816. Heute hat der Ort eine zweite Aufgabe: Er ist Parkanlage und Treffpunkt, und an warmen Sommerabenden wird zwischen den Gräbern gefeiert und gegrillt. Wenn Sie weitergehen, achten Sie im Nordwesten auf den Schwänchenteich. Er ist der letzte Rest des Grabens, der einmal um die ganze Stadt lief.
Sie stehen auf dem Albani-Friedhof, am südöstlichen Rand der Altstadt und gleich außerhalb des ehemaligen Stadtwalls. Eingeweiht wurde er 1783. Hier liegt Carl Friedrich Gauß. Begraben wurde bis 1881, die letzte Beerdigung war 1902. Heute ist das Gelände eine Parkanlage.
Du stehst auf einem alten Friedhof. Begraben wird hier schon lange niemand mehr. Heute ist es ein Park, in dem sich Leute treffen und im Sommer grillen. Trotzdem stehen noch dreissig Grabsteine. Einer davon ist besonders: Er ist aus Granit und hat einen Zaun. Darunter liegt Carl Friedrich Gauß, der Mathematiker aus der Sternwarte. Auch viele andere Forscher liegen hier, zum Beispiel ein Mann, der Tiere und Menschen erforschte und Dinge aus der ganzen Welt sammelte. Warum glaubst du, liegen so viele Forscher auf einem Friedhof in Göttingen?
Koordinaten: 51.531938888, 9.94195 · auf der Karte