Sie stehen auf dem Untermarkt, dem zentralen Platz der Görlitzer Altstadt. Das Rathaus und damit der Großteil der Verwaltung haben schon seit jeher hier ihren Sitz. Eine mittige Bebauung teilt den Platz in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Zuerst zum Alter. Wikidata nennt 1220. Der Wikipedia-Quelle zur Stadt sagt, um 1200 sei eine planmäßige Stadtanlage um den Untermarkt entstanden, und der die Quelle zu Platz nennt als erste Erwähnung des Platzes das Jahr 1305, damals schlicht Markt genannt. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe, um 1200, und sage dazu, dass es mehrere gibt. Der Name wechselte: 1403 taucht Niedermarkt auf, zwischen 1340 und etwa 1600 hieß er auch Ring. Der Nordteil trug zeitweise die Namen Alter Markt, Fischmarkt oder Heringsmarkt. So ging es auf dem Platz zu. Die verkaufenden Landleute standen hauptsächlich auf dem Nordteil, die Handwerker auf dem Südteil. Die Reichkramer, auch Würz- und Seidenkramer, hatten ihre Stände im Süden, die Kleinkrämer, Brot- und Schuhverkäufer und die Fisch- und Heringsbuden im Norden. Erst 1864 zog der Wochenmarkt auf die Elisabethstraße. Die Pudritzkrämer hatten ihre Läden über laubenartigen Bögen, die Pudritze hießen. 1706 wichen diese einem neuen Verwaltungsgebäude, der Börse. Dort hielten die Kaufleute ihre wöchentlichen Zusammenkünfte ab, heute ist es das Hotel Börse. Das Rathaus ist Teil dieser Geschichte. Ab 1350 erwarb die Stadt Privathäuser, um ein Rathaus zu errichten. Bis dahin lagerten wichtige Dokumente unter anderem in der Pfarrkirche St. Peter und Paul. Der Rathausturm wurde von 1511 bis 1516 auf seine heutige Höhe erhöht. Die Rathaustreppe an der Ecke zur Brüderstraße erbaute 1537 und 1538 Wendel Roskopf, ebenso wie den gegenüberliegenden Schönhof. Die Häuser der Südseite besitzen einen durchgängigen Langläubengang. Der Schönhof ist wohl das berühmteste Gebäude dieser Seite. Der Braune Hirsch, das Eckhaus Untermarkt und Neißstraße, ist eines der weitläufigsten Gebäude der Stadt und wurde 1722 von Johann Christoph Pößner barock ausgebaut. Zwei Häuser weiter westlich befindet sich der Flüsterbogen, den ein spätgotisches Rundbogenportal ziert. Wegen seiner akustischen Eigenschaft heißt er so. Auf der südlichen Seite des Platzes steht der Neptunbrunnen, einige Meter vor dem Rathaus beziehungsweise der Zeile. Er geht auf das Jahr 1756 zurück und wurde vom Steinmetz Johann Georg Mattausch aus Wenig-Rackwitz bei Löwenberg gefertigt. Neptun steht erhöht am Rand des großen Brunnenbeckens, zwischen seinen Füßen liegt ein Fisch, der Wasser in einen Zwischenbehälter in Form eines Kopfs speit. Aus dessen Mund fließt es ins Becken. Im Görlitzer Volksmund heißt die Figur Gabeljürgen. Bis ins 17. Jahrhundert standen hier ein Röhrkasten und eine Säule, auf der ein Riese mit dem kaiserlichen Wappen thronte.
Sie stehen auf dem Untermarkt, dem zentralen Platz der Görlitzer Altstadt. Um 1200 entstand eine planmäßige Stadtanlage um ihn herum. Hier steht das Rathaus, und eine Häuserzeile teilt den Platz in einen nördlichen und einen südlichen Teil.
Du stehst auf dem Untermarkt. Das ist der wichtigste Platz in Görlitz. Hier war früher der Markt. Die Landleute standen im Norden, die Handwerker im Süden. Schau dir die Häuser an: Auf der Südseite haben sie Bogengänge, die man Läuben nennt. Vor dem Rathaus steht ein Brunnen mit der Figur des Neptun. Die Görlitzer nennen ihn Gabeljürgen. Zwischen seinen Füßen liegt ein Fisch, der Wasser spuckt. Findest du ihn? Und hörst du das Wasser?
Koordinaten: 51.156573, 14.991025 · auf der Karte