Sie stehen vor der Stadtkirche St. Peter und Paul, kurz Peterskirche. Sie war die Haupt- und Ratskirche der Stadt und ist heute Pfarrkirche der Innenstadtgemeinde. Mit ihrem kupfergedeckten Hochdach und dem weithin sichtbaren Turmpaar beherrscht sie die historische Altstadt. Die Türme sind vierundachtzig Meter hoch. Sie wurden zwischen 1889 und 1891 mit den oberen Geschossen und Turmhelmen aus Beton auf diese Höhe gebracht. Bereits um 1230 stand an diesem Ort eine Basilika, und deren Westbau ist als einziger Teil bis heute erhalten. Die heutige Hallenkirche wurde im ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts begonnen. 1423 wurde der Grundstein zum Chor gelegt, die 1457 geweihte Georgenkapelle bildet als Krypta das Untergeschoss des Chores. 1465 war die Sakristei fertig. Von 1490 bis 1497 wurde die Kirche eingewölbt und in den wesentlichen Teilen vollendet. Sie ist zweiundsiebzig Meter lang und neununddreißig Meter breit, das Mittelschiff ist vierundzwanzig Meter hoch. Damit ist die Peterskirche eine der größten und bedeutendsten Hallenkirchen im Osten Deutschlands. Dann der Brand von 1691. Er vernichtete die oberen Geschosse des Westbaus und das Inventar, darunter sechsunddreißig Altäre und ein zwanzig Meter hohes Sakramentshaus. Bis 1712 konnte das Dach erneuert werden, und die Kirche wurde im Stil des Barock neu ausgestattet. Aus dieser Zeit stammen der Altar von 1695, die Kanzel von 1693 und das Ratsgestühl von 1694 und 1695. 1696 hatte die Kirche 3180 Sitzplätze, für die die Gemeindemitglieder einen jährlichen Obolus zahlen mussten. Sehenswert ist vor allem die Sonnenorgel. Ihren Prospekt von 1703 schuf Johann Conrad Buchau, zu einer Orgel von Eugenio Casparini. Über den Prospekt sind siebzehn Sonnen verteilt, um die herum gleich lange Orgelpfeifen angeordnet sind, als Sonnenstrahlen. Das heutige Werk stammt von der Schweizer Firma Mathis Orgelbau und hat nach der Erweiterung von 2021 einundneunzig Register auf vier Manualen und Pedal. In dieser Kirche war auch Jakob Böhme Gemeindemitglied. Gregor Richter, der von 1606 bis zu seinem Tod 1624 Oberpfarrer war, bekämpfte seine theologischen Anschauungen. Und noch ein Datum: Am 7. Mai 1945 sprengte die deutsche Wehrmacht die Altstadtbrücke, obwohl das kriegsstrategisch keinerlei Bedeutung mehr hatte. Die Druckwelle zerstörte sämtliche Glasgemälde bis auf eines, auch Maßwerk und Dach wurden stark beschädigt. Das Glasgemälde von 1893, das den zwölfjährigen Jesus im Tempel zeigt, hat die Sprengung überstanden. Restauriert wurde in mehreren Etappen, zuletzt der Innenraum von 1981 bis 1992.
Sie stehen vor der Stadtkirche St. Peter und Paul, kurz Peterskirche. Bereits um 1230 stand hier eine Basilika, deren Westbau erhalten blieb. Die heutige Hallenkirche wurde im frühen 15. Jahrhundert begonnen. Die Türme sind vierundachtzig Meter hoch.
Du stehst vor der Peterskirche. Sie ist eine der größten Hallenkirchen im Osten Deutschlands und ihre zwei Türme sind vierundachtzig Meter hoch. Schon vor fast achthundert Jahren stand hier eine Kirche. Von ihr gibt es noch den Westbau. Die Orgel hat eine Vorderseite mit siebzehn Sonnen. Um jede Sonne sind Orgelpfeifen angeordnet, wie Sonnenstrahlen. Im Jahr 1691 brannte die Kirche, und dabei gingen sechsunddreißig Altäre verloren. Zähl mal die Türme der Kirche: Findest du zwei? Und wie viele Sonnen siehst du auf der Orgel?
Koordinaten: 51.158388, 14.992366 · auf der Karte