Stadtohr

Stadtrundgang Freising · Station 3 von 16

Marstall

1670 · barock, fürstbischof, domberg, schule

Ausführlich

Sie stehen vor dem Marstall an der Südseite des Domhofs. Drei Gebäude bilden diesen Hof: der Dom, das Kollegiatstift St. Johannes mit dem Fürstengang und die Fürstbischöfliche Residenz. Zwischen Residenz und Marstall liegt ein Belvedere aus der Barockzeit. Südlich des Marstalls fällt der Domberg steil zur Moosach und zur Isar ab. Der Marstall war der Hofstall der Fürstbischöfe des Hochstifts Freising. Erste Planungen gab es 1668. Giovanni Gaspare Zuccalli schlug vor, im Erdgeschoss den Pferdestall und im Obergeschoss einen Festsaal unterzubringen. Das wurde nicht verwirklicht. Gebaut wurde 1670 und 1671, unter Albrecht Sigismund von Bayern. Unten kamen die Pferde unter, oben die fürstbischöfliche Gemäldegalerie. Den Festsaal baute man schließlich in der Residenz. 1802 endete das Hochstift, das Gebäude fiel an den bayerischen Staat. 1825 gab es den Plan, hier ein Depot für das Königlich Bayerische Allgemeine Reichsarchiv einzurichten. Er wurde nicht ausgeführt. Ab 1834 baute man den Marstall um. Das Lyceum zog ein, das ab 1923 Philosophisch-theologische Hochschule hieß, dazu das Dom-Gymnasium und die Lateinschule. Weil die Schülerzahlen stiegen, bekam das Haus 1877 und 1878 ein zweites Obergeschoss. 1968 zog die Hochschule nach München. Die Stadt Freising hatte überlegt, das Gebäude für die Fachoberschule zu nutzen, erklärte 1980 aber, kein Interesse mehr zu haben. 1981 erwarb das Erzbistum München-Freising den Marstall. Bei den umfangreichen Bauarbeiten ersetzte man die Holzdecken aus Gründen der Tragfähigkeit durch Betondecken. Am 17. Mai 1994 wurde das Haus eingeweiht. Hier lagen Archivdepots und die Dombibliothek. 2015 stellte die Bibliothek ihren öffentlichen Leihbetrieb ein, bis Mai 2021 wurde das Haus saniert. Seit der Einweihung am 6. Mai 2021 sind hier im Erdgeschoss die Ganztagesbetreuung des Domgymnasiums, im ersten Stock die Domsingschule und im zweiten Stock Renovabis, das Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Marstall an der Südseite des Domhofs. Er entstand 1670 und 1671 als Hofstall der Fürstbischöfe. Unten standen die Pferde, oben hing die Gemäldegalerie. Heute sind hier eine Ganztagesbetreuung, die Domsingschule und das Hilfswerk Renovabis untergebracht.

Für Kinder

Du stehst vor dem Marstall. So nannte man den Stall für die Pferde der Bischöfe von Freising. Im Erdgeschoss standen die Pferde. Oben hingen Gemälde, es war eine Gemäldegalerie. Gebaut wurde das Haus 1670 und 1671. Später war hier eine Schule. Heute werden hier Schülerinnen und Schüler betreut, und die Domsingschule hat hier ihren Platz. Was glaubst du: Was lernt man in einer Domsingschule?

Quellen

Koordinaten: 48.39847, 11.74603 · auf der Karte

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