Stadtohr

Stadtrundgang Freising · Station 13 von 16

Altes Gefängnis

· gefängnis, gericht, hexenprozesse, museum

Ausführlich

Sie stehen vor dem Alten Gefängnis an der Brennergasse 1, einem historischen Gebäudekomplex in der Altstadt. Vom Marienplatz führt ein Durchgang hierher. Das Gefängnis in Freising war ursprünglich im Erdgeschoss des alten Rathauses untergebracht. 1663 kaufte das Hochstift Freising das Oswald-Huberische Haus an der Moosach samt der eingefallenen Domstifts-Kaplanei und errichtete darauf eine Eisenfrohnveste. Sie diente als Stadt- und Pflegegericht. Dann kamen die Kinderhexenprozesse in Freising. Ein erster Prozess fand zwischen 1715 und 1717 statt, ein zweiter zwischen 1721 und 1723. In dieser Zeit wurde der Gefängnisturm errichtet, den man als Hexenturm bezeichnete. Nach der Säkularisation des Hochstifts im Jahr 1802 diente der Komplex der kurfürstlich-bairischen Verwaltung als Gerichtsgebäude. 1840 fügte man einen dreigeschossigen Zellenbau und eine sechs Meter hohe Einfriedungsmauer hinzu. 1881 entstand am Unteren Graben ein neues Gerichtsgebäude. Der Zellentrakt des alten Gerichtsgebäudes blieb trotzdem weiter Gerichtsgefängnis. Erst am 1. Oktober 1965 wurde er geschlossen. Der letzte Gefängniswärter war Heinz Seyfried, er wurde nach der Schließung in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim versetzt. Von 1965 bis 2005 blieb das Gebäude ungenutzt, 1982 riss man den Erweiterungsbau an der Ostseite ab. Mit der Gründung des Fördervereins Altes Gefängnis Freising begann 2005 die Renovierung. Im Erdgeschoss befindet sich heute ein Weinlokal, im Obergeschoss gibt es Ausstellungsräume und im zweiten Stockwerk das Gefängnismuseum. 2007 wurden hier Teile des Films Räuber Kneißl von Marcus H. Rosenmüller gedreht. Von der Brennergasse führt auch ein Durchgang zum Domberg. Dorthin gehen wir als Nächstes.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Alten Gefängnis an der Brennergasse 1, in der Freisinger Altstadt. 1663 ließ das Hochstift hier eine Eisenfrohnveste errichten, die als Gericht diente. Der Zellentrakt blieb bis zum 1. Oktober 1965 Gerichtsgefängnis. Heute gibt es hier ein Weinlokal und ein Gefängnismuseum.

Für Kinder

Du stehst vor einem alten Gefängnis. Es steht an der Brennergasse. Seit 1663 gab es hier eine Eisenfrohnveste. So nannte man das Gebäude, das als Gericht diente. Später kamen Zellen dazu und eine hohe Mauer, sechs Meter hoch. Bis 1965 saßen hier Gefangene. Der letzte Gefängniswärter hieß Heinz Seyfried. Heute gibt es hier ein Gefängnismuseum und im Erdgeschoss ein Weinlokal. Sogar ein Film wurde hier gedreht, Räuber Kneißl, im Jahr 2007. Was würdest du in einem Gefängnismuseum gern sehen?

Quellen

Koordinaten: 48.4002, 11.7449 · auf der Karte

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