
Ein sehr hoher, schlanker Kirchturm aus dunklem Stein mit steilem, spitzem Helm ragt über eine dichte Dachlandschaft auf. Rechts daneben liegt das lange Kirchenschiff mit rotem Ziegeldach, am Chor stehen zwei kleinere Türme. Davor drängen sich die steilen Dächer der Altstadthäuser.
Willkommen in Freiburg im Breisgau. Dieser Rundgang führt Sie durch die Altstadt, die nur einen Quadratkilometer groß ist. Wir beginnen beim Münster, das zusammen mit den Bächle als Wahrzeichen der Stadt gilt. Sie stehen vor dem Münster Unserer Lieben Frau, kurz dem Freiburger Münster. Gebaut wurde es von etwa 1200 bis 1513, im romanischen Stil begonnen und größtenteils in Gotik und Spätgotik vollendet. Schauen Sie den Turm hinauf. Er ist 116 Meter hoch, und sein Helm ist durchbrochen: Maßwerk statt Dach. Es ist der früheste Maßwerkturmhelm der Gotik, um 1330 war der Turm vollendet. Der Kunsthistoriker Jacob Burckhardt sagte 1869, der Freiburger Turm werde wohl der schönste auf Erden bleiben. Daraus wurde das oft gehörte, aber nicht ganz wörtliche Zitat vom schönsten Turm der Christenheit. Das Münster ist nicht in einem Zug entstanden. Die erste Kirche stammte aus der Gründungsphase der Stadt, um 1120 bis 1140, und ist nach dem Stadtgründer Konrad I. von Zähringen benannt. Von ihr sind nur Fundamentreste geblieben. Um 1200 begann Berthold V. mit dem Neubau. Die Zähringer wurden traditionell im Kloster St. Peter im Schwarzwald bestattet, Berthold wollte sich dagegen eine Grablege in Freiburg schaffen. Vorbild war das Basler Münster. Aus dieser Zeit sind das Querschiff und die unteren Geschosse der beiden Seitentürme erhalten, der sogenannten Hahnentürme. Ab etwa 1230 baute man im Stil der französischen Gotik weiter, mit Langhaus und Westturm. Dann kam der Chor. Der Stadtrat beschloss, den spätromanischen Chor durch einen viel größeren zu ersetzen. Eine Inschrift am Nordportal hält die Grundsteinlegung fest, den 24. März 1354. Doch von etwa 1375 bis 1471 kam der Bau kaum voran. 1475 klagte der Stadtrat, der Chor stehe seit hundert Jahren unvollendet. Erst 1510 wurde das Gewölbe geschlossen, die Weihe folgte am 5. Dezember 1513. Der Kapellenkranz war 1536 fertig. Damit war der Bau vollendet. Wer bezahlte? Zuerst Berthold und seine Erben, die Grafen von Freiburg. Aus Geldmangel kamen sie ihren Pflichten ab der Mitte des 13. Jahrhunderts nicht mehr nach. Da übernahmen die Bürger die Verantwortung und richteten viele Stiftungen ein. Das Münster gehörte von Beginn an nicht der Kirche. Heute gehört es einem eigenen Fonds, dem Münsterfabrikfonds. Zuletzt der Zweite Weltkrieg. Beim Bombenangriff am 27. November 1944 wurden die Gebäude ringsum in Schutt und Asche gelegt. Das Münster blieb weitgehend unzerstört, und die mittelalterlichen Glasfenster waren rechtzeitig ausgelagert worden. Auf der Südseite des Münsterplatzes steht als Nächstes ein Haus mit roter Fassade.
Sie stehen vor dem Freiburger Münster. Es wurde von etwa 1200 bis 1513 gebaut, im romanischen Stil begonnen und größtenteils in Gotik und Spätgotik vollendet. Sein Turm ist 116 Meter hoch. Das Münster gehörte von Beginn an nicht der Kirche; die Bürger sorgten für den Bau.
Du stehst vor einer riesigen Kirche, dem Freiburger Münster. Man hat von etwa 1200 bis 1513 an ihr gebaut. Kannst du ausrechnen, wie viele Jahre das sind? Der Turm ist 116 Meter hoch. Schau ganz nach oben: Seine Spitze besteht aus durchbrochenem Stein, wie ein Gitter. Beim Chor ging es lange kaum voran, der Stadtrat klagte 1475, er stehe schon seit hundert Jahren unfertig da. Das Geld für den Bau kam nicht von der Kirche. Die Bürger der Stadt kümmerten sich darum.
Koordinaten: 47.995556, 7.852222 · auf der Karte