Stadtohr

Stadtrundgang Freiburg im Breisgau · Station 8 von 16

Colombischlössle

· villa, neugotik, park, landesregierung

Eine kleine Villa mit symmetrischer, hell-bräunlicher Fassade und rötlichen Eckpfeilern. In der Mitte liegt im Obergeschoss eine offene Loggia mit drei Bögen, darüber ein kleiner Aufsatz. Das Dach verbirgt sich hinter einer Balustrade. Davor liegt ein Rasen mit einem runden Becken und einem Springbrunnen. Hohe, dunkle Nadelbäume rahmen das Haus.
Foto: joergens.mi, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Eine kleine Villa mit symmetrischer, hell-bräunlicher Fassade und rötlichen Eckpfeilern. In der Mitte liegt im Obergeschoss eine offene Loggia mit drei Bögen, darüber ein kleiner Aufsatz. Das Dach verbirgt sich hinter einer Balustrade. Davor liegt ein Rasen mit einem runden Becken und einem Springbrunnen. Hohe, dunkle Nadelbäume rahmen das Haus.

Ausführlich

Sie stehen vor dem Colombischlössle, auch Villa Colombi genannt, einer herrschaftlichen Villa in der Altstadt. Schauen Sie auf den Stil. Der Freiburger Architekt Georg Jakob Schneider wählte den gotischen Tudorstil des englischen Mittelalters. Die Anregung kam von seinem Lehrer Friedrich Eisenlohr. Gebaut wurde die Villa von 1859 bis 1861 auf dem Gelände der ehemaligen Bastion Saint Louis der Stadtbefestigung, die aufgefüllt und zum Garten umgestaltet worden war. Auftraggeberin war Gräfin Maria Antonia de Colombi y de Bode, die das Haus als Witwensitz bauen ließ. Die Kosten beliefen sich auf ungefähr 300.000 Goldmark. Das historische Treppenhaus, die Intarsienparkettböden und die helle Glaskuppel zeigen noch heute den Wohlstand der Bauherrin. Danach wechselten die Nutzer. Ein Fabrikant aus Todtnau, Johann Georg Thoma, erwarb das Anwesen von den Erben und wandelte einen Teil in Bauland um. Damals entstanden die Colombistraße und die Rosastraße, benannt nach seiner Frau. 1899 kaufte die Stadt das Haus. Von 1909 bis 1923 war es städtisches Kunstmuseum, später Verwaltungsgebäude. Von 1947 bis 1952 saß hier die Staatskanzlei des Landes Baden unter Leo Wohleb. Dann zog der Badische Verwaltungsgerichtshof ein, danach bis 1977 Kammern des Oberlandesgerichts Karlsruhe. Seit dem Umbau von 1983 ist das Archäologische Museum im Haus. Seit 2003 sind Schlössle und Park als Kulturdenkmal ausgewiesen. Dann der Park. Er ist im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt, mit exotischen Pflanzen und Bäumen und einem großen Springbrunnen. Um 1860 war er fertig, seit 1906 ist er öffentlich zugänglich. Heute hat er einen Weinberglehrpfad. Neben einer weiblichen Skulptur steht der Schneckenreiter-Brunnen. Die Bronzeskulptur von 1906 entwarf der Karlsruher Bildhauer Konrad Taucher. Der Münsterbauverein erwarb sie auf der Karlsruher Jubiläumsausstellung und übergab sie der Stadt. Von 1998 bis 2014 stand über dem Brunnen vor dem Schlössle von November bis Januar ein Spiegelzelt mit Dinnershows. 2017 gründete sich eine Anlieger-Initiative, die den durch Überfälle ins Gerede gekommenen Park beleben wollte. Die fast meterhohe Mauer zum Rotteckring wurde durch eine halb so hohe zum Sitzen und Liegen ersetzt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Colombischlössle am Rotteckring, einer herrschaftlichen Villa im Stil der englischen Gotik. Sie wurde von 1859 bis 1861 als Witwensitz einer Gräfin gebaut. Heute ist das Archäologische Museum darin untergebracht. Der Park ist seit 1906 öffentlich zugänglich.

Für Kinder

Dieses Haus sieht aus wie ein kleines Schloss, ist aber eine Villa. Eine Gräfin ließ sie von 1859 bis 1861 bauen, als Wohnsitz für sich als Witwe. Später war hier ein Kunstmuseum und eine Verwaltung, und von 1947 bis 1952 hatte sogar die Regierung des Landes Baden hier ihren Sitz. Heute zeigt ein Museum darin Funde aus alter Zeit. Der Park rund um die Villa ist seit 1906 für alle offen. Dort steht der Schneckenreiter-Brunnen. Kannst du ihn finden?

Quellen

Koordinaten: 47.997713, 7.846174 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.