Sie stehen am Schloss Freudenstein, am Rande der Innenstadt. Um zu verstehen, warum es hier steht, müssen wir zur Gründung der Stadt zurück. Markgraf Otto von Meißen ließ zwischen 1156 und 1162 mehrere Waldhufendörfer für das Kloster Altzelle anlegen, darunter Christiansdorf. 1168 wurde bei Christiansdorf Silbererz entdeckt. Der Markgraf erwirkte das Regalienrecht, um selbst über die Bodenschätze in seinem Land verfügen zu können. Den Bergleuten sicherte er besondere Freiheiten zu, die Freiheit der Person und die Befreiung von verschiedenen Fronabgaben und -diensten. Das lockte zahlreiche Bergleute, Händler und Handwerker samt ihren Familien an. Gegen eine Abgabe durfte jeder nach Silbererz schürfen. Das Silber aber durfte ausschließlich an die markgräfliche Münze verkauft werden. Aus dieser Bergfreiheit wird der Name Freiberg hergeleitet. Zum Schutz des Silberbergbaus ließ der Markgraf 1168 eine Burg errichten. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1400, andere Quellen 1168. Der Name Freudenstein lässt sich erst 1525 nachweisen. Ab 1505 residierte Herzog Heinrich der Fromme meist im Freiberger Schloss. Hier wurden seine Söhne Moritz und August geboren, die späteren Kurfürsten von Sachsen. 1566 begann der Neubau durch den Baumeister Hans Irmisch unter Aufsicht von Rochus zu Lynar, 1577 war das Renaissanceschloss fertig. Es wurde rein zu Repräsentationszwecken errichtet, als Zwischenstation auf dem Weg von Dresden nach Augustusburg. Hier begannen die Leichenbegängnisse sächsischer Herrscher, die zum Freiberger Dom führten. Ständig gewohnt wurde im Schloss nur ausnahmsweise. 1762 wurde die Inneneinrichtung im Siebenjährigen Krieg vollständig zerstört. 1784 übernahm der Militärfiskus das Schloss und baute es zum Magazin um, die Renaissancefenster wichen kleinen Speicherfenstern. Bis 1979 diente es als Getreidespeicher. 1813 lagen hier 1500 Verwundete im Lazarett. 2004 ging das Schloss in das Eigentum der Stadt über, von 2005 bis 2008 wurde es umgebaut. Seit dem 20. Oktober 2008 zeigt das Lange Haus die Dauerausstellung terra mineralia, eine private Schweizer Mineraliensammlung mit etwa 80.000 Mineralienstufen. Der Kirchenflügel beherbergt das Bergarchiv, bei dem Sie eben standen.
Sie stehen am Schloss Freudenstein am Rande der Innenstadt. Markgraf Otto von Meißen ließ hier 1168 eine Burg zum Schutz des Silberbergbaus errichten. Das Renaissanceschloss wurde 1577 fertig. Heute zeigt es die Mineraliensammlung terra mineralia und beherbergt das Bergarchiv.
Dieses Schloss steht dort, wo früher eine Burg stand. Markgraf Otto von Meißen ließ sie 1168 bauen, denn in der Nähe hatte man Silber gefunden. Die Burg sollte den Bergbau schützen. Später wurde daraus ein Schloss, das 1577 fertig war. Noch später lagerte man hier Getreide, bis zum Jahr 1979. Heute zeigt das Schloss eine riesige Sammlung von Steinen, etwa 80.000 Stück, sie heißt terra mineralia. Wie lange könntest du dir Steine ansehen?
Koordinaten: 50.9204, 13.34 · auf der Karte