Stadtohr

Stadtrundgang Frankfurt am Main · Station 15 von 16

TaunusTurm

2014 · hochhaus, bauplanung, wohnturm

Ausführlich

Sie stehen vor dem Taunusturm, einem zweiteiligen Ensemble im Bankenviertel, zwischen dem Japan Center, dem Hochhauskomplex der Commerzbank-Zentrale und der Taunusanlage. Das Bürogebäude ist 170 Meter hoch, das Wohngebäude daneben 63 Meter. Dieses Grundstück ist ein Lehrstück darüber, wie lange ein Hochhaus braucht, bis es dasteht. Erster Anlauf. 1998 beschloss die Stadt Frankfurt im Hochhausrahmenplan an dieser Stelle einen Standort für ein Haus von 135 Metern Höhe. 2000 gewann der Entwurf des Architekturbüros Gruber und Kleine-Kraneburg einen Realisierungswettbewerb. Das Projekt hieß damals Hochhaus Kaiserkarree. Die ausschreibende Bank zog nach Eschborn, die Konzernmutter übernahm das Grundstück und wollte zunächst selbst einziehen. Dann kam die Immobilienkrise der Jahre nach 2001, und das Projekt stockte, wie viele Hochhausprojekte in Frankfurt. Die Baugenehmigung wurde erst im November 2005 erteilt. Zweiter Anlauf. Anfang 2007 suchte die Bank einen Käufer, weil es keinen Eigenbedarf mehr gab. Im Dezember 2007 wurde das Grundstück verkauft, unter anderem an Tishman Speyer, die Entwickler, die Sie an diesem Rundgang schon zweimal gehört haben, beim Messeturm und beim Opernturm. Zunächst hieß es, der prämierte Entwurf werde umgesetzt. Im Mai 2008 wurde bekannt, dass das doch nicht geschieht. Der Turm sollte höher und schlanker werden und statt der Natursteinfassade eine Glasfassade erhalten. Dafür brauchte es eine neue Baugenehmigung. Im Februar 2009 wurde die neue Höhe von 160 Metern bekannt und der Bau eines zweiten Turms. Die Wohnungen, die die Stadt vorgeschrieben hatte, sollten nicht im Hochhaus liegen, sondern in einem eigenen Wohnturm von 63 Metern, mit 54 Wohnungen und Balkonen zur Grünanlage. Im Mai 2010 wurde der Bauantrag eingereicht und mit dem Abbruch begonnen. Dann sprang die Großkanzlei ab, die als Hauptmieter gehandelt wurde, und im Juli 2010 stellte der Bauherr einen Antrag auf Aussetzung des Genehmigungsverfahrens. Das Vorhaben werde bis auf Weiteres nicht verwirklicht. Dritter Anlauf, und er begann mit Bäumen. Ende Dezember 2010 beschloss die Stadt, einige Bäume nahe dem Grundstück zu fällen, und daraus entstanden die ersten Spekulationen, dass es weitergeht. Am 21. Januar 2011 wurden nochmals überarbeitete Pläne vorgestellt, und am selben Tag begann der eigentliche Abriss. Am 18. Januar 2012 vollzog Oberbürgermeisterin Petra Roth die Grundsteinlegung. Gebaut wurde am Ende ein Büroturm von 170 Metern mit 40 Stockwerken, und errichtet wurde er spekulativ, also ohne Vorvermietung. Eine Sache zum Schluss, die aus der Reihe fällt. Seit dem 19. Oktober 2014 stehen in diesem Haus über 1500 Quadratmeter Ausstellungsfläche einem Museum zur Verfügung, fünfzehn Jahre lang kostenlos, und auch die Betriebskosten tragen private Geldgeber. Vierzehn Jahre Planungsstreit, und am Ende hängt im Erdgeschoss Kunst.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Taunusturm, einem Ensemble aus zwei Häusern: einem 170 Meter hohen Bürogebäude und einem 63 Meter hohen Wohngebäude. Das Grundstück liegt im Bankenviertel, zwischen dem Japan Center, der Commerzbank-Zentrale und der Taunusanlage. Gebaut wurde erst beim dritten Anlauf.

Für Kinder

Dieses Hochhaus heißt Taunusturm. Es ist 170 Meter hoch. Daneben steht ein kleineres Haus, 63 Meter hoch, und darin sind 54 Wohnungen. Dieses Hochhaus wurde dreimal geplant, bis es endlich gebaut wurde. Zuerst sollte es 135 Meter hoch werden. Dann 160 Meter. Am Ende wurden es 170 Meter. Immer wieder sagte jemand ab, und alles fing von vorne an. Von der ersten Idee 1998 bis zum Grundstein 2012 dauerte es vierzehn Jahre. Ganz unten im Haus hängt heute Kunst aus einem Museum.

Quellen

Koordinaten: 50.110555555, 8.673055555 · auf der Karte

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