Stadtohr

Stadtrundgang Frankfurt am Main · Station 8 von 16

Schirn Kunsthalle Frankfurt

1986 · kunsthalle, postmoderne, altstadt, ausstellung

Ausführlich

Sie stehen vor der Schirn Kunsthalle. Beginnen wir mit dem Namen. Eine Schirn war ursprünglich ein offener Verkaufsstand. Das Wort kommt vom althochdeutschen scranna, wurde zur Schranne und später zur Schirn. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lagen in den engen Gassen zwischen hier und dem Main die Stände der Frankfurter Metzgerzunft. Bis zum 22. März 1944 war dies das Zentrum der dichtbesiedelten Altstadt. Erst Anfang der 1980er Jahre wurde die Fläche wieder bebaut. Die Kunsthalle war der zentrale Teil eines Wettbewerbs von 1980 für den Bereich zwischen Dom und Römerberg. Gewonnen hat ihn das Berliner Büro BJSS: Dietrich Bangert, Bernd Jansen, Stefan Jan Scholz und Axel Schultes. Am 28. Februar 1986 wurde die Schirn eröffnet. Schauen Sie auf die Hauptachse: ein etwa 140 Meter langer und 10 Meter breiter, fünfgeschossiger Ausstellungsbau, mit hellem Sandstein verkleidet. Zur Bendergasse hin bildet das Erdgeschoss einen Säulengang aus schmucklosen quadratischen Pfeilern. Bangert verstand ihn als Reminiszenz an den Außenraum der Uffizien in Florenz. Das westliche Ende liegt nahe der Nikolaikirche und dem Römerberg, das östliche am Vorplatz vor dem Südportal des Domturms. Das markanteste Bauteil ist die Rotunde, rund 20 Meter im Durchmesser, mit Glaskuppel. Sie ist der Haupteingang, und durch sie führt wie eine Schlucht der Verlauf der alten Bendergasse. Umstritten war der Bau von Anfang an. Als die Altstadt im Dom-Römer-Projekt rekonstruiert wurde, erwog man sogar, Teile der Schirn abzureißen, um den historischen Krönungsweg wieder mit Häusern einzufassen. Bangert berief sich zunächst auf sein Urheberrecht, stimmte dann aber einem Kompromiss zu: Im August 2012 wurde der freistehende Große Tisch an der Nordseite abgerissen. Die Schirn hat keine eigene Sammlung. Sie organisiert befristete Ausstellungen, mehr als 280 seit der Eröffnung, und arbeitet mit Häusern wie dem Centre Pompidou, der Tate Gallery oder dem Museum of Modern Art in New York zusammen. 2014 eröffnete die Minischirn, ein Erlebnisraum für Kinder ab drei Jahren. Im Sommer 2025 schloss das Haus am Römerberg wegen einer umfangreichen Sanierung. Die Ausstellungen laufen derzeit in der ehemaligen Dondorf-Druckerei in Bockenheim. Als Nächstes folgt der Römerberg, nahe dem westlichen Ende der Schirn.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Schirn Kunsthalle, einem postmodernen Ausstellungshaus. Sie wurde am 28. Februar 1986 eröffnet und zeigt befristete Ausstellungen. Das Haus wird bis 2028 saniert, die Ausstellungen laufen in der ehemaligen Dondorf-Druckerei in Bockenheim.

Für Kinder

Das Haus vor dir ist eine Kunsthalle, die Schirn. Sie hat keine eigene Sammlung. Stattdessen zeigt sie immer neue Ausstellungen, bisher mehr als 280. Das Wort Schirn bedeutet eigentlich einen offenen Verkaufsstand. An diesem Ort standen früher die Verkaufsstände der Metzger. Der Haupteingang ist eine runde Halle mit Glaskuppel, die Rotunde. Für Kinder ab drei Jahren gibt es sogar die Minischirn. Gerade wird das Haus saniert. Welches Bild würdest du in einer Kunsthalle aufhängen?

Quellen

Koordinaten: 50.110278, 8.683611 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.