Stadtohr

Stadtrundgang Frankfurt am Main · Station 7 von 16

Kaiserdom St. Bartholomäus

1239 · dom, gotik, kaiserwahl, reliquien

Ausführlich

Sie stehen vor dem Kaiserdom St. Bartholomäus, dem größten Sakralbau Frankfurts. Der Name führt in die Irre, und das gehört zu seiner Geschichte. Eine Kathedrale, Sitz eines Bischofs, war er nie. Von 852 bis 1803 war er eine Stiftskirche. Kaiserdom heißt er, weil er die Wahl- und Krönungskirche der römisch-deutschen Kaiser war. Der heutige Dom ist die vierte Kirche an dieser Stelle. Ausgrabungen führen die Vorgänger bis ins 7. Jahrhundert zurück. In der frühkarolingischen Kapelle der Königspfalz tagte 794 die Synode von Frankfurt. Am 1. September 852 weihte Erzbischof Hrabanus Maurus die Salvatorkirche, und König Ludwig der Deutsche gründete das Salvatorstift. Es sollte das Marienstift in Aachen ersetzen, das bei der Reichsteilung 843 verlorengegangen war. 855 fand in dieser Kirche die erste Königswahl in Frankfurt statt. Das Stift überdauerte sogar die Reformation und wurde erst 1803 aufgelöst. Seitdem gehört der Dom der Stadt, die ihn der katholischen Gemeinde auf Dauer überlässt. In der Eröffnungsbilanz der Stadt zum 1. Januar 2007 war er mit über 58 Millionen Euro das wertvollste von 1883 städtischen Gebäuden. 1239 bekam die Kirche den Apostel Bartholomäus als Patron, und der Bau des heutigen gotischen Doms begann. Seine Schädeldecke, die wertvollste Reliquie, wird im Domschatz verwahrt. Sie war spätestens seit 1215 im Besitz des Stiftes. Damit gehört Frankfurt, wie Santiago de Compostela, Rom und Trier, zu den Städten mit Apostelreliquien. Gebaut wurde im Wesentlichen zwischen 1250 und 1514. Schauen Sie hinauf zum Westturm. Madern Gerthener entwarf ihn, 1415 wurde er begonnen. Er steht, Sie erinnern sich, dort, wo einst das erste Rathaus der Stadt stand. 1514 musste man aus Geldmangel aufhören, ohne die geplante Laterne. Diese in Mitteleuropa einzigartige Lösung prägte das Stadtbild über Jahrhunderte. Nach dem Dombrand 1867 wurde der Turm nach den erhaltenen Plänen des Mittelalters bis 1878 vollendet. Der Dom ist eine dreischiffige Hallenkirche mit sehr kurzem Langhaus, nur drei Joche, und sehr langem Querhaus. Deshalb wirkt er wie ein Zentralbau. Katholisch blieb er auch nach der Reformation, abgesehen von zwei kurzen Perioden, 1533 bis 1548 und 1631 bis 1635. Bis 1917 war er die einzige katholische Pfarrkirche der Stadt. Als Nächstes folgt die Schirn Kunsthalle, deren Ostende an den Vorplatz vor dem Südportal des Domturms grenzt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Kaiserdom St. Bartholomäus, dem größten Sakralbau Frankfurts. Der heutige gotische Dom wurde ab 1239 gebaut, im Wesentlichen zwischen 1250 und 1514. Er war die Wahl- und Krönungskirche der römisch-deutschen Kaiser. Eine Kathedrale war er nie.

Für Kinder

Das ist der Dom von Frankfurt. Er heißt Kaiserdom, weil in dieser Kirche Kaiser gewählt und gekrönt wurden. Schau dir den hohen Turm an. Er sollte oben eine Laterne bekommen, aber das Geld reichte nicht. Deshalb blieb der Turm lange ohne. Erst nach einem großen Brand im Jahr 1867 baute man ihn nach den alten Plänen fertig, bis 1878. Der Dom ist die vierte Kirche an diesem Ort. Im Domschatz wird die Schädeldecke des Apostels Bartholomäus aufbewahrt. Sie ist die wertvollste Reliquie der Kirche. Was würdest du in einem Schatz aufbewahren?

Quellen

Koordinaten: 50.110556, 8.685 · auf der Karte

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