Sie stehen vor der Paulskirche, einem Erinnerungsort der deutschen Demokratie. Von 1848 bis 1849 tagte in diesem Rundbau die Frankfurter Nationalversammlung, das erste demokratisch gewählte Parlament für ganz Deutschland. Die Paulskirchenverfassung, die sie ausarbeitete, wurde zum Vorbild der Weimarer Reichsverfassung von 1919 und des Grundgesetzes von 1949. Doch der Ort hat eine längere Geschichte. Hier stand die Barfüßerkirche, die Kirche der Franziskaner, 1270 erstmals urkundlich erwähnt. 1529 übergaben sechs der acht verbliebenen Brüder ihr Kloster dem Rat, die Kirche wurde evangelisch. Nach dem Schmalkaldischen Krieg musste der Rat 1548 sechs katholische Kirchen zurückgeben, darunter den Dom. Den Evangelischen, damals rund 98 Prozent der Bürger, blieben unter anderem die Barfüßerkirche und die Katharinenkirche. Mit diesem Kompromiss sicherte der Rat die Unabhängigkeit der Stadt, ihre Messen und die Kaiserwahlen. Seit 1562 wurden fast alle Kaiser nicht nur in Frankfurt gewählt, sondern auch gekrönt. Die Barfüßerkirche wurde Hauptkirche. Von 1666 bis 1686 war hier Philipp Jakob Spener der leitende Geistliche. 1675 erschien seine Programmschrift Pia Desideria, deren Erscheinen als Gründungsdatum des Pietismus gilt. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche baufällig und zu eng. Am 21. Februar 1782 fand der letzte Gottesdienst statt, 1786 begann der Abbruch. Dann wurde neu gebaut, und es dauerte. 1789 ging es los, 1792 war das Gebäude bis auf Dach, Treppenhäuser und Turm fertig. Wegen der politischen und wirtschaftlichen Krise der Koalitionskriege zog sich der Bau hin. 1796 kam das Dach, erst 1802 kamen Fenster. Die unfertige Kirche wurde sogar als Lagerraum an Kaufleute vermietet, doch die Einnahmen verschlang die französische Besatzung. Gebaut wurde, wie bei fast allen bedeutenden Bauwerken Frankfurts, mit rotem Mainsandstein. Zwischen 1789 und 1833 entstand so der klassizistische Rundbau. Am 18. März 1944 brannte er aus, von der Ausstattung der Nationalversammlung ist fast nichts erhalten. 1947 und 1948 war die Paulskirche das erste historische Gebäude Frankfurts, das wieder entstand, mit Spenden aus allen deutschen Ländern. Außen kehrte der Bau zurück, nur das Kegeldach nicht. Innen fehlte das Geld: Es entstanden eine niedrige Wandelhalle und darüber ein Versammlungsraum mit Plenarsaalbestuhlung. Heute finden hier Ausstellungen und Veranstaltungen statt, am bekanntesten ist die jährliche Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Als Nächstes stehen wir vor dem Römer.
Sie stehen vor der Paulskirche. In diesem Rundbau tagte 1848 und 1849 die Frankfurter Nationalversammlung, das erste demokratisch gewählte Parlament für ganz Deutschland. Der klassizistische Bau entstand zwischen 1789 und 1833. Nach der Zerstörung 1944 wurde er bis 1948 wiederaufgebaut.
Du stehst vor der Paulskirche. Sie ist rund. In diesem Haus tagte 1848 und 1849 das erste Parlament, das demokratisch für ganz Deutschland gewählt wurde. Die Nationalversammlung schrieb eine Verfassung. Das ist ein Text mit den wichtigsten Regeln für ein Land. Daran orientierte man sich später beim Grundgesetz von 1949. Im Krieg brannte die Kirche aus. Danach wurde sie mit Spenden aus allen deutschen Ländern wieder aufgebaut. Was würdest du als Regel für ein ganzes Land aufschreiben?
Koordinaten: 50.111111111, 8.680833333 · auf der Karte