Stadtohr

Stadtrundgang Frankfurt (Oder) · Station 10 von 16

Park an der St.-Gertraud-Kirche

· park, friedhof, kleist, grabmal

Ausführlich

Sie stehen im Park an der St.-Gertraud-Kirche, einer Grünanlage und einem ehemaligen Friedhof. Mit dem südlich anschließenden Anger ist er ein wichtiger Teil der historischen Grünanlagen der Stadt. Hier stand eine Kapelle, die 1368 erstmals erwähnt wurde, und später ihre Nachfolgebauten, ungefähr dort, wo heute das Kleist-Denkmal steht. Seit 1729 wurde das Gelände dann als Friedhof genutzt, als gemeinsamer Begräbnisplatz für Lutheraner und Reformierte. Die alten Begräbnisplätze direkt an den großen Kirchen innerhalb der Stadtmauer wurden damals aus Platzmangel aufgelöst. Anlass waren Bauvorschriften, die König Friedrich Wilhelm I. am 18. August 1728 erlassen hatte. 1801 wurde ein neuer Hauptfriedhof an der Fürstenwalder Straße eröffnet. Sein Südteil ist als Kleistpark erhalten. Der Friedhof an der Gertraudkirche wurde geschlossen und in eine städtische Parkanlage umgewandelt, landschaftlich gestaltet, mit geschwungenen Wegen, in die man wichtige Grabstätten einbezog. 1878 wurde die neue Kirche südlich des Parks eingeweiht, der Vorgängerbau auf dem Friedhofsgelände wurde abgerissen. Seitdem gliedern fast geradlinige Wege den Park in große Teile. Sie stehen im Park, und an seine alte Aufgabe erinnern noch drei Grabmäler. Das erste gilt Ewald Christian von Kleist, geschaffen 1780 vom Bildhauer Melchior Kambley im Auftrag der Frankfurter Freimaurerloge. Das zweite, von 1786, gehört Dorothee Elisabeth Krüger. 1980 räumte man es ab, weil eine Fernwärmetrasse durch den Park gelegt wurde, und lagerte es ein. Nach der Wiederauffindung in den 2000er Jahren wurde es 2015 neu eingeweiht. Das dritte, von 1796, ist das Grabmonument für den Universitätsprofessor Joachim Georg Darjes und seine Frau Marta Friderica Reichardt, eine Arbeit des Bildhauers Johann Gottfried Schadow. Ein viertes Grabdenkmal gibt es nicht mehr: 1977 beseitigte man das für Michael Gabriel Fredersdorf und bettete dessen sterbliche Überreste auf das Erbbegräbnis auf dem Hauptfriedhof um. 1910 wurde das Denkmal für Heinrich von Kleist errichtet, ein Werk von Gottlieb Elster. Nach 1945 hieß der Park bis 1953 Kleistpark. Im Norden grenzt eine Häuserzeile an den Park, zu der das ehemalige Heilig-Geist-Hospital gehört. Seit den 1980er Jahren ist es als Haus der Künste in Nutzung. Davor steht seit 1991 die Skulptur Muse von Roland Rother.

Kurzfassung

Sie stehen im Park an der St.-Gertraud-Kirche, einer Grünanlage und einem ehemaligen Friedhof. Seit 1729 wurden hier Tote bestattet, 1801 wurde der Friedhof geschlossen und zum Park. Drei Grabmäler erinnern noch an ihn, seit 1910 steht hier ein Denkmal für Heinrich von Kleist.

Für Kinder

Du stehst in einem Park, der früher ein Friedhof war. Von 1729 an wurden hier Menschen begraben. 1801 machte die Stadt einen neuen Friedhof an anderer Stelle auf, und dieser wurde zum Park. Drei alte Grabmäler stehen noch da. Seit 1910 gibt es hier ein Denkmal für den Dichter Heinrich von Kleist. Nach 1945 hieß der Park sogar eine Zeit lang Kleistpark. Schon 1368 wurde hier eine Kapelle erwähnt, die es nicht mehr gibt. Kannst du das Denkmal für Kleist im Park finden?

Quellen

Koordinaten: 52.339563, 14.552702 · auf der Karte

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