Stadtohr

Stadtrundgang Frankfurt (Oder) · Station 11 von 16

Sankt-Gertraud-Kirche

· kirche, neugotik, hussiten, kunstschätze

Ausführlich

Sie stehen vor der evangelischen Sankt-Gertraud-Kirche. Sie steht unter dem Patrozinium der Heiligen Gertrud von Nivelles. Ihre Geschichte beginnt mit einer Kapelle. Die Gewandschneiderinnung errichtete sie für die Bewohner der Gubener Vorstadt und für südwärts ziehende Kaufleute. 1368 wurde sie erstmals erwähnt. Am 6. April 1432 brannten Hussiten die Gubener Vorstadt ab, auch die Kapelle wurde zerstört, aber bald wieder aufgebaut. Ein Angriff auf die Stadt selbst am 13. April 1432 misslang. 1539 wurde die Kapelle durch die Reformation zur Pfarrkirche erhoben. Im April 1631, kurz vor dem Angriff der Truppen des schwedischen Königs Gustav II. Adolf, brannten kaiserliche Truppen die Gubener Vorstadt samt Kirche nieder. 1660 wurde sie im barocken Stil neu aufgebaut und am 25. April 1662 geweiht. 1820 konnte die Gewandschneiderinnung die Erhaltung nicht mehr bezahlen, und die Kirche ging an die Stadt. Vor ihrer Auflösung stiftete die Innung noch eine silberne Taufschale, die bis heute in Nutzung ist. 1865 setzte der Magistrat eine Kommission für einen Neubau ein. Für das heutige Gotteshaus entwarfen die Architekten Carl Christ und Wilhelm Kinzel eine dreischiffige neugotische Basilika. 1873 konnte man mit einer Anleihe beginnen. Am 20. Dezember 1878 wurde die Kirche eingeweiht, zu einem Gottesdienst mit tausend verschickten Einladungen. Das Ereignis war bedeutsam, denn es war der erste Kirchenneubau in Frankfurt seit dem Mittelalter. 1879 war die Orgel fertig, gebaut von der Firma Wilhelm Sauer, dreimanualig, mit 36 Registern. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche durch Artillerietreffer schwer beschädigt, aber rasch wieder instand gesetzt. Am 15. Mai 1949 wurde sie wieder genutzt. 1975 wurden die Gertraud- und die Mariengemeinde vereint. Beim Umbau von 1978 bis 1980 zog man eine Zwischendecke ein, unten entstanden Gemeinde- und Büroräume, oben der Kirchraum. Nach 1980 kamen die mittelalterlichen Kunstgüter der Marienkirche hierher: der Hochaltar, die Bronzetaufe, ein siebenflammiger Leuchter und viele Epitaphien. Am Bronzeleuchter lohnt sich ein genauer Blick. Er stammt aus der Zeit um 1375, ist über vier Meter hoch und breit und einer der größten mittelalterlichen Leuchter. Im Dreißigjährigen Krieg wurde er in der Oder versenkt, um ihn vor den Schweden zu retten.

Kurzfassung

Sie stehen vor der evangelischen Sankt-Gertraud-Kirche. Sie geht auf eine Kapelle zurück, die 1368 erstmals erwähnt wurde. Der heutige neugotische Bau wurde am 20. Dezember 1878 eingeweiht, der erste Kirchenneubau in Frankfurt seit dem Mittelalter. Hier stehen Kunstschätze der Marienkirche.

Für Kinder

Diese Kirche hat eine lange Geschichte. Zuerst stand hier eine kleine Kapelle, die 1368 zum ersten Mal erwähnt wurde. Hussiten zerstörten sie, später brannten Soldaten sie nieder. Die heutige Kirche wurde am 20. Dezember 1878 eingeweiht, die erste neue Kirche in Frankfurt seit dem Mittelalter. Drinnen steht ein riesiger Leuchter aus Bronze, mehr als vier Meter hoch und breit. Im Dreißigjährigen Krieg wurde er in der Oder versenkt, um ihn vor den Schweden zu retten. Kannst du dir vorstellen, einen so großen Leuchter im Fluss zu verstecken?

Quellen

Koordinaten: 52.3386, 14.5531 · auf der Karte

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