Stadtohr

Stadtrundgang Frankfurt (Oder) · Station 5 von 16

Museum Junge Kunst

1965 · kunstmuseum, ddr, moderne kunst

Ausführlich

Sie stehen am Museum Junge Kunst. Es war ein Museum für moderne Kunst des Landes Brandenburg, mit zwei Ausstellungsorten: dem Festsaal des Rathauses und dem Packhof in der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11. Am 15. Juni 1965 eröffnete in der unteren Etage der Villa Trowitzsch das Kabinett der Galerie Junge Kunst. Die Villa war die gründerzeitliche Sommervilla eines der reichsten Bürger Frankfurts. Am 7. Oktober 1965 kamen im Rathaus eine Dauerausstellung zeitgenössischer Kunst in der 800 Quadratmeter großen Halle und ein 200 Quadratmeter großer Festsaal hinzu. Die Eröffnungsausstellung gehörte zu den 7. Arbeiterfestspielen der DDR und hieß Kunstpreisträger des FDGB. Die Vorgaben waren politisch. Die Sammlung sollte den Machtanspruch von Partei und Staat unterstützen, den Sozialismus bejahen und sich strikt von der westeuropäischen Kunst abgrenzen. Gründungsdirektor war der gelernte Gebrauchsgrafiker Karl-Heinz Maetzke. Seine spätere Nachfolgerin Brigitte Rieger-Jähner schrieb, er habe durchaus Qualität von Handwerk unterscheiden können, und so kamen hervorragende Werkgruppen in die Sammlung. Nicht erwerben durfte er bis zum Beginn der 1980er Jahre aber ungegenständliche Werke, Belege für eine eigenständige Popkunst und Werke, die sich mit der Struktur von Diktaturen auseinandersetzten. Es gab bis zu zehn Wechselausstellungen im Jahr. Schon vom 8. bis 28. Februar 1967 zeigte eine Ausstellung Kinderzeichnungen aus dem Bezirk, und ab 1972 gab es jährlich polnische Kunst zu sehen. Mit dem neuen Direktor Kukla änderte sich ab 1984 das Konzept. Jetzt kaufte man auch Werke ausreisewilliger und regimekritischer Künstler. Nach der Wende leitete Brigitte Rieger-Jähner das Haus, ab 1990. 1994 wurde die Galerie in Museum Junge Kunst umbenannt, um sie nicht mit kommerziellen Galerien zu verwechseln. Fortan zählte vor allem die ästhetische Qualität. Am 31. August 2003 eröffnete der Packhof als weiterer Ausstellungsort. Am 30. Juni 2017 wurde das Museum mit dem Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus zum Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst zusammengeführt. Die beiden Frankfurter Standorte, Rathaushalle und Packhof, bestehen weiter. Zusammen besitzen die Häuser in Cottbus und Frankfurt über 45.000 Werke, die weltweit umfassendste museale Sammlung von Kunst aus der DDR und den nachfolgenden künstlerischen Traditionslinien.

Kurzfassung

Sie stehen am Museum Junge Kunst. Es ging aus der Galerie Junge Kunst hervor, die am 15. Juni 1965 eröffnet wurde. Seine Ausstellungsorte sind der Festsaal des Rathauses und der Packhof. Seit 2017 gehört es zum Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst.

Für Kinder

Hier gibt es moderne Kunst zu sehen. Das Museum fing 1965 klein an, in einer Villa. Wenig später kam die große Halle im Rathaus dazu, mit einem festlichen Saal. Später folgte der Packhof. Schon 1967 gab es eine Ausstellung mit Kinderzeichnungen. In der DDR gab es politische Vorgaben, welche Bilder gezeigt werden sollten. Nach der Wende zählte vor allem die Qualität der Kunst. Was würdest du malen, wenn dein Bild in einem Museum hängen dürfte?

Quellen

Koordinaten: 52.345, 14.5547 · auf der Karte

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