Sie stehen vor dem Rathaus. Es ist das Verwaltungsgebäude der Stadt und als Baudenkmal ausgewiesen. Mit dem Bau wurde vermutlich kurz nach der Verleihung des Stadtrechts 1253 begonnen. Der genaue Bauverlauf ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich wurden zunächst nur Keller und Erdgeschoss fertig. Ursprünglich hatte das Haus zwei Teile. Der kleinere nördliche war dem Rat vorbehalten, mit der ursprünglich offenen Gerichtslaube im Erdgeschoss. Der größere südliche beherbergte das Kaufhaus. Außen trennte beide ein Trenngiebel. Vor der Mitte des 14. Jahrhunderts war der Bau fertig, ein zweigeschossiger, teilverputzter Backsteinbau. Schauen Sie auf die beiden Schmalseiten, im Norden und im Süden. Dort stehen die Schauwände. Die mittleren Rosetten am Nordgiebel sind aus Ziegelformsteinen und noch im Originalzustand, die oberen aus Rüdersdorfer Kalkstein. Über dem südlichen Schmuckgiebel sehen Sie einen Fisch. Er ist auf das Jahr 1454 datiert und symbolisiert wohl das Recht der Höhung in den Heringsfässern. Gehandelt wurde in diesem Haus ganz wörtlich: An Wochenmärkten und Messen nutzte man die südliche Halle im Erdgeschoss für Warenstände. In der Halle darüber fanden Bälle, Empfänge und Theatervorführungen statt. Schon vor 1870 war der Keller ein Restaurant. Zwischen 1607 und 1609 baute Thaddäus Paglion das Rathaus weitreichend um und barockisierte es, und über dem mittleren Wandpfeiler entstand der Turmaufsatz. Er wurde um 1945 zerstört und ab 1976 wieder aufgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts kaufte man die Privathäuser an der Ostseite an und bezog sie ein. Das befriedigte nicht, und 1908 schrieb man einen Wettbewerb für einen Neubau aus. Fritz Beyer aus Berlin gewann ihn. Zwischen 1911 und 1913 setzte er an die östliche Langseite einen viergeschossigen Ziegelbau. Seitdem hat das Rathaus drei Flügel und einen Innenhof. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde es durch Brandlegung stark beschädigt und brannte nieder. Ab 1951 stellte man es wieder her, mit einem einfachen Walmdach. Die einheitliche Firsthöhe, die Sie heute sehen, entstand erst bei diesem Wiederaufbau. Zur 700-Jahr-Feier 1953 wurde das Rathaus wiedereröffnet. 1978 bekam der modernisierte Anbau den Architekturpreis der DDR. Nach einem Wettbewerb 2015 wurde das Haus noch einmal umfassend saniert, bis 2024. Aus dem ehemaligen Wirtschaftshof wurde ein Atrium, in das 15 Oberlichtkuppeln Tageslicht lassen. Im Nordflügel ziert ein Sgraffito von Rudolf Grunemann aus dem Jahr 1952 die Decke. Es zeigt Ereignisse, die für die Stadtgeschichte von Bedeutung sind. In der Rathaushalle zeigt heute das Museum Junge Kunst seine Sammlung. Davon gleich mehr.
Sie stehen vor dem Rathaus, dem Verwaltungsgebäude der Stadt. Mit dem Bau wurde vermutlich kurz nach der Verleihung des Stadtrechts 1253 begonnen. Der mittelalterliche Backsteinbau hat Schauwände an den Schmalseiten. Gegen Kriegsende brannte er nieder, 1953 wurde er wiedereröffnet.
Das ist das Rathaus. Hier wird die Stadt verwaltet, und es ist sehr alt. Gebaut wurde es vermutlich kurz nach dem Jahr 1253. Auf der einen Seite saß der Rat der Stadt, auf der anderen war ein Kaufhaus. An Markttagen standen Händler in der Halle, und in der Halle darüber gab es Bälle und Theater. Am Ende des Zweiten Weltkriegs brannte das Rathaus nieder, 1953 wurde es wiedereröffnet. Schau zum Giebel hinauf. Dort ist ein Fisch aus dem Jahr 1454 zu sehen. Er erinnert wohl an Heringsfässer. Findest du ihn?
Koordinaten: 52.344139, 14.554083 · auf der Karte