Sie stehen vor dem Schrangen, Große Straße 58, einem denkmalgeschützten Backsteinbau aus dem 16. Jahrhundert. Die Gemeinde St. Marien ließ ihn 1595 vom Baumeister Dirick Lindingk errichten, der offenbar aus Rendsburg stammte. Der Baugrund hatte eine Vorgeschichte. Im nördlichen Teil stand eine kleine Kapelle, die man nach der Reformation einem Buchbinder überlassen hatte. Der südliche Teil gehörte zum Marienkirchhof und barg ein Familiengrab. Der Schrangen sollte Kirche und Nordermarkt verbinden, aber ein Profanbau sein. Durch seine Arkaden gelangt man zur Marienkirche, die wir gleich besuchen. Schauen Sie auf die Arkaden im Erdgeschoss. Hier hatten über Jahrhunderte ein Bäcker und ein Schlachter ihre Verkaufsstände, im Obergeschoss befand sich offenbar eine Wohnung. Und an der Südseite war am südwestlichen Pfeiler eine Metallöse im Mauerwerk verankert, an der das Halseisen hing. Das war der Pranger des Kirchspiels. Eine Quelle zum Nordermarkt beschreibt es als Kette, die an der Südseite angebracht war und als Pranger diente. Brot, Fleisch und Pranger an einem Ort: Auf dem Nordermarkt gehörten Handel und Strafe zusammen, dazu kommen wir dort noch einmal. Kurz nach dem Schrangen baute Lindingk auch das Kompagnietor an der Schiffbrücke, zu dem wir nach der Marienkirche kommen. Später verlor der Schrangen seine Marktfunktion. Im 19. Jahrhundert diente er offenbar als Polizeikontor. 1989 wurde er im Inneren stark umgebaut, und seit 2005 sitzen im Erdgeschoss das Kirchenbüro von St. Marien und ein Weltladen. Im Obergeschoss liegt ein Versammlungsraum der Kirchengemeinde. Im nördlichen Teil sollen noch alte Wandmalereien erhalten sein. Bei Renovierungsarbeiten um 1990 legte man die Grundmauern der Kapelle frei. Dabei entdeckte Bücher sollen heute in der Landeszentralbibliothek lagern.
Sie stehen vor dem Schrangen in der Großen Straße 58, einem Backsteinbau von 1595. Der Baumeister Dirick Lindingk errichtete ihn für die Gemeinde St. Marien als Verbindungsbau zwischen Kirche und Nordermarkt. In den Arkaden verkauften über Jahrhunderte ein Bäcker und ein Schlachter ihre Waren.
Du stehst vor einem Haus mit Bögen, den Arkaden. Es heißt Schrangen und wurde 1595 gebaut. Unter den Bögen verkauften ein Bäcker und ein Schlachter ihre Waren. Hier hättest du Brot und Fleisch kaufen können. An einem Pfeiler hing außerdem ein Halseisen, das war der Pranger der Gemeinde, ein Ort für Strafen. Heute sitzen hier das Büro der Kirche und ein Weltladen. Schau dich um: Was würdest du hier gern kaufen?
Koordinaten: 54.78946, 9.432 · auf der Karte