Stadtohr

Stadtrundgang Essen · Station 13 von 16

Kanonissenstift Essen

0801 · frauenstift, mittelalter, äbtissinnen, stadtgründung

Ausführlich

Wir sind beim Stift Essen, dem Kern der Stadt. Die Kirche des Stifts ist das heutige Essener Münster, heute die Kathedrale des Ruhrbistums. Das Stift war ein Frauenstift, das von ungefähr 845 bis 1803 bestand. Eine Quelle nennt ungefähr 845 und vor 850. Wikidata nennt das Jahr 801. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe, 801, und sage dazu, dass es zwei gibt. Eine Quelle selbst bleibt bei etwa 845. Gegründet wurde das Stift von einer Adelsgruppe um den sächsischen Adligen Altfrid, den späteren Bischof von Hildesheim, in der Nähe des Königshofes Astnidhi. Von diesem Hof leitet sich der Name von Stift und Stadt ab. Erste Äbtissin war Gerswit. Zum ersten Mal genannt wird das Stift in der um 864 entstandenen dritten Vita des heiligen Liudger, in einem Wunderheilungsbericht: Das geheilte Mädchen Amalburga nahm den Schleier. Um 946 brannte das Stift nieder, die Kirche wurde beschädigt, Archive und Bibliothek wurden vernichtet. Deshalb ist die Quellenlage bis dahin so ungünstig. Ab Mitte des 10. Jahrhunderts folgte die Blütezeit, unter fünf Äbtissinnen aus dem Geschlecht der Liudolfinger. Mathilde, Enkelin Kaiser Ottos I., führte das Stift von etwa 973 bis 1011. Unter ihr kamen die bedeutendsten Kunstschätze des Domschatzes nach Essen. 1228 wurde die Äbtissin erstmals als Fürstäbtissin bezeichnet. Ab 1300 residierten die Fürstäbtissinnen zunehmend in Borbeck. Sie bauten eine Herrschaft zwischen Emscher und Ruhr auf, zu der die Stadt Essen gehörte. Die Stadt strebte danach, freie Reichsstadt zu werden, das Stift vereitelte es 1399 und endgültig 1670. Der Wikipedia-Quelle zur Stadt sagt dagegen, Kaiser Karl IV. habe Essen im 14. Jahrhundert zur freien Reichsstadt erhoben. Beides steht so in Wikipedia, und ich kann es hier nicht auflösen. Seit August 1802 war das Gebiet von preußischen Truppen besetzt, 1803 wurde das Stift aufgelöst. Die letzte Äbtissin, Maria Kunigunde von Sachsen, starb am 8. April 1826 in Dresden.

Kurzfassung

Wir sind beim Stift Essen, dem Kern der Stadt. Es war ein Frauenstift, das von ungefähr 845 bis 1803 bestand. Seine Kirche ist das heutige Essener Münster, heute die Kathedrale des Ruhrbistums. Der Name Essen leitet sich von einem Königshof ab, bei dem das Stift gegründet wurde.

Für Kinder

Vor mehr als tausend Jahren gab es hier ein Stift, in dem nur Frauen lebten. Es hieß Stift Essen. Die Leiterin nannte man Äbtissin. Das Stift herrschte über Land zwischen den Flüssen Emscher und Ruhr. Die Stadt hat ihren Namen von einem Königshof in der Nähe. Unter der Äbtissin Mathilde kamen Kunstschätze nach Essen, die zum Teil bis heute erhalten sind. Im Jahr 1803 wurde das Stift aufgelöst. Wie kommt wohl deine Stadt zu ihrem Namen?

Quellen

Koordinaten: 51.455833, 7.013611 · auf der Karte

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