Stadtohr

Stadtrundgang Essen · Station 12 von 16

St. Johann Baptist

1471 · kirche, gotik, altarbild, glocken

Ausführlich

Sie stehen vor St. Johann Baptist, einer gotischen Hallenkirche, die markant an der Kettwiger Straße steht, der Haupteinkaufsstraße, und dem Essener Münster vorgelagert ist. Die Kirche ging aus einer Johanneskapelle hervor, die schon im 10. Jahrhundert zum Essener Damenstift gehörte. Die erste Erwähnung findet sich im Testament der 1058 verstorbenen Äbtissin Theophanu: Zu ihrem Gedächtnis sollten Kerzen bei Sankt Johannes entzündet werden. Weil die Kirche dem Täufer Johannes geweiht ist, schließt man, dass sie zuerst ein Baptisterium war. Den Grundriss dieser Kapelle erschloss man aus Ausgrabungsbefunden nach dem Zweiten Weltkrieg. 1264 erhob die Äbtissin Berta von Arnsberg die Kapelle zur Filialpfarrkirche des Stifts. 1471 baute man sie zur gotischen Hallenkirche um und erweiterte sie um einen rechteckigen Ostchor. Der wuchtige Turm trägt einen hohen Spitzhelm. Zwischen 1699 und 1768 bekam die Kirche eine barocke Ausstattung mit Chorgestühl, Seitenaltären und Kanzel. Am 12. November 1876 hielt Pfarrer Peter Beising den letzten römisch-katholischen Gottesdienst. Dann zogen die Altkatholiken ein, bis sie 1914 mit der Friedenskirche ihren eigenen Bau bekamen. 1936 wurde die Kirche Anbetungskirche, der erste Gottesdienst fand am 2. Februar 1936 statt. Drinnen stehen vier Altartafeln von Bartholomäus Bruyn dem Älteren, die er zwischen 1522 und 1525 für den Hauptaltar der Münsterkirche malte. Sie zeigen den Lebensweg Jesu und sind beidseitig bemalt, sichtbar sind immer nur zwei Bilder. Auf der Kreuzabnahme steht im Hintergrund statt Jerusalem eine mitteleuropäische Stadt. Es ist die älteste bildliche Darstellung der Stadt Essen, mit dem Steeler Tor und der damaligen Stadtmauer. Das Steeler Tor kennen Sie vom Anfang: Die Synagoge hieß anfangs Synagoge am Steeler Tor. Das Geläut besteht aus drei Glocken von 1787, gegossen von Petit und Edelbrock. Sie blieben 1917 bei der Glockenspende für die Kriegsrüstung verschont. 1940 wurden sie beschlagnahmt, aber nicht eingeschmolzen.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Johann Baptist, einer gotischen Hallenkirche an der Kettwiger Straße, dem Münster vorgelagert. Die Kirche ging aus einer Johanneskapelle hervor, die im Testament der 1058 verstorbenen Äbtissin Theophanu erstmals vorkommt. Bedeutend sind vier Altartafeln von Bartholomäus Bruyn.

Für Kinder

Das ist eine alte Kirche mit einem hohen, spitzen Turm. Die Kapelle, aus der sie wuchs, gehörte schon im 10. Jahrhundert zum Frauenstift. Drinnen hängen vier Gemälde von Bartholomäus Bruyn. Sie sind auf beiden Seiten bemalt, deshalb sieht man immer nur zwei Bilder. Auf einem ist im Hintergrund eine Stadt zu sehen, das älteste Bild von Essen, mit Stadtmauer und Steeler Tor. Die drei Glocken stammen von 1787. Wie alt sind sie jetzt? Rechne nach.

Quellen

Koordinaten: 51.4558, 7.01306 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.