Sie stehen vor der Marktkirche, bis Ende des 19. Jahrhunderts Gertrudiskirche, am Markt, dem ursprünglichen Marktplatz der Stadt. Er war einst wirtschaftliches, politisches und religiöses Zentrum. Die erste Erwähnung steht im Testament der Äbtissin Theophanu: Kerzen sollten bei Sankt Gertrud entzündet werden. Die Heilige Gertrud von Nivelles kam durch Theophanus Familie ins Spiel, denn ihre Schwester Adelheid war Äbtissin im Stift Nivelles. Der erste Bau entstand vermutlich um das Jahr 1043, als Kirche für die Marktleute, in dem Jahr, in dem Theophanu von Kaiser Heinrich III. das Marktrecht erhielt. Eine Quelle zum Glockenspiel nennt dafür 1041, dieser hier 1043. Im Mittelalter diente die Kirche auch dem Stadtrat als Wahl- und Sitzungsort. 1543 besetzte das Bürgertum die Kirche und forderte einen evangelischen Prediger. Der Magistrat setzte sich erst 1563 durch, mit Konflikten mit den Fürstäbtissinnen. Am 28. April 1563 hielt Heinrich Barenbroch, der Reformator von Essen, die erste evangelische Predigt, in der Heilig-Geist-Kapelle. Am 2. Mai teilte er in der Gertrudiskirche das Abendmahl in beiderlei Gestalt aus. Er liegt im Chor begraben, beim Eingang zur Sakristei. Während der spanischen Besatzung setzte die Fürstäbtissin Maria Clara von Spaur den katholischen Gottesdienst durch. Nach dem Abzug der Spanier 1630 wurde die Kirche wieder protestantisch, und sie blieb es. Im Zweiten Weltkrieg wurde die dreischiffige Hallenkirche bis auf die Außenmauern und zwei Joche zerstört, der Turm stürzte größtenteils ein. Die Stadtplaner sahen in ihr ein Verkehrshindernis. Der Baudezernent Sturm Kegel setzte einen teilweisen Wiederaufbau durch, nur die beiden östlichen Joche wurden wieder zur Kirche. Die Grundfläche schrumpfte um fast die Hälfte, der heutige Bau ist nur ein Torso. 2006 ergänzte der Architekt Eckhard Gerber einen neuen Westchor aus blauem Glas.
Sie stehen vor der Marktkirche am Markt, dem ursprünglichen Marktplatz der Stadt. Sie hieß bis Ende des 19. Jahrhunderts Gertrudiskirche und war die erste protestantische Kirche Essens. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie bis auf zwei Joche zerstört, der heutige Bau ist nur ein Torso.
Das ist die Marktkirche. Sie steht am alten Marktplatz von Essen. Sie war die erste evangelische Kirche der Stadt. 1563 teilte hier der Pfarrer Heinrich Barenbroch zum ersten Mal das evangelische Abendmahl aus. Im Krieg wurde die Kirche fast ganz zerstört, nur ein Teil blieb stehen. Beim Wiederaufbau wurde ihre Grundfläche fast halbiert. Seit 2006 hat sie einen neuen Chor aus blauem Glas. Siehst du das blaue Glas?
Koordinaten: 51.4572, 7.0125 · auf der Karte