Sie stehen vor dem Grillo-Theater, seit 1988 die Hauptspielstätte des Essener Schauspiels. Es geht auf das Stadttheater zurück, das am 16. September 1892 eröffnet wurde. Die Geschichte beginnt mit einem Versprechen. Am 14. Oktober 1887 kündigte der Unternehmer Friedrich Grillo in der Stadtverordnetenversammlung an, der Stadt ein Theater errichten zu lassen. Er hielt 500.000 Mark bereit und wollte für Mehrkosten aufkommen. Im April 1888 starb er, ein Schenkungsakt war nicht mehr erfolgt, und sein letzter Wille erwähnt das Theater nicht. Seine Witwe Wilhelmine, geborene von Born, erklärte sich trotzdem zur Vollstreckerin des Plans. Sie stellte das Grundstück ihres Elternhauses zur Verfügung und übernahm mehr als zwei Drittel der Gesamtkosten von 937.997 Mark. In einem Wettbewerb setzte sich der Berliner Architekt Heinrich Seeling unter 34 Bewerbern durch. Wilhelmine Grillo nahm den Entwurf an, mit der Forderung, die von ihr bereitgestellten Mittel nicht zu überschreiten. Am 20. Mai 1889 wurde die Schenkungsurkunde übergeben, am 31. Mai sagte Friedrich Alfred Krupp zu, den Betrieb jährlich mit 10.000 Mark zu unterstützen. Gebaut wurde ab dem Frühjahr 1890, im neobarocken Stil. Der Saal bot 800 Plätze. Zur Eröffnung spielte man Beethovens Die Weihe des Hauses, Oberbürgermeister Erich Zweigert hielt die Rede, dann gab es Lessings Minna von Barnhelm. Schon um 1900 war das Haus für die rasch wachsende Großstadt zu klein. 1927 wurde Caspar Neher hier Bühnenbildner, und 1932 erhielt Der grüne Tisch von Kurt Jooss den ersten Preis beim internationalen Choreografie-Wettbewerb in Paris. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude samt seiner historistischen Fassade weitgehend zerstört. 1950 wurde es mit Wagners Meistersingern von Nürnberg wiedereröffnet. Als 1988 das Aalto-Theater fertig war, plante die Stadt, das Grillo-Theater wegen Baumängeln zu schließen. Der Schauspieldirektor Hansgünther Heyme kämpfte erfolgreich dagegen. Nach einem Umbau von Werner Ruhnau, bei dem die Plätze von 670 auf 400 sanken, wurde es im September 1990 mit Shakespeares Sommernachtstraum als variables Raumtheater wiedereröffnet.
Sie stehen vor dem Grillo-Theater, der Hauptspielstätte des Essener Schauspiels. Es geht auf das Stadttheater zurück, das am 16. September 1892 eröffnet wurde. Gestiftet hat es Wilhelmine Grillo, die Witwe des Unternehmers Friedrich Grillo. Es zählt zu den ältesten Theatern im Ruhrgebiet.
Du stehst vor einem Theater. Es heißt Grillo-Theater und besteht seit 1892. Der Unternehmer Friedrich Grillo wollte der Stadt ein Theater schenken, aber er starb vorher. Seine Frau Wilhelmine hielt sein Versprechen und bezahlte den größten Teil. Im Krieg wurde das Haus fast ganz zerstört, 1950 wurde hier wieder gespielt. Heute gibt es hier Schauspiel. Hast du schon einmal ein Theaterstück gesehen?
Koordinaten: 51.4546, 7.01167 · auf der Karte