Stadtohr

Stadtrundgang Essen · Station 8 von 16

Glockenspiel (Essen)

1956 · glockenspiel, stadtgeschichte, figuren, denkmal

Ausführlich

Sie stehen vor dem Glockenspiel am ehemaligen Geschäftshaus Deiter, Kettwiger Straße 22, in der Fußgängerzone. Wenn Sie Zeit haben, warten Sie auf die Viertelstunde. Dann erklingt ein Westminsterschlag, und die Stunde schlägt eine kupferne Bergmannsfigur des Bildhauers Adolf Wamper mit einem Schlegel. Danach spielt das Werk bekannte Volkslieder, zum Beispiel Am Brunnen vor dem Tore, Die Gedanken sind frei oder das Steigerlied, in der Weihnachtszeit Weihnachtslieder. Dann beginnt das Figurenspiel, ein kleiner Gang durch die Stadtgeschichte. Oben schlagen zwei Bürger in mittelalterlicher Tracht zwei kleine Glocken an. Im nächsten Feld erscheinen Bischof Altfrid, der Gründer des Frauenstifts und Stadtgründer, Kaiser Heinrich III., der 1041 Essen ein Marktrecht verlieh, und die Äbtissin Theophanu, die es erhielt. Dann folgen Heinrich Barenbroch, der 1563 in der Marktkirche als erster protestantischer Pfarrer die Reformation durchführte, Herzog Wilhelm von Kleve, damals Vogt über Stift und Stadt, und ein Bürgermeister mit dem Stadtschlüssel, ein Sinnbild für das Streben der Stadt nach Unabhängigkeit vom Stift. Unten arbeitet eine animierte Goldschmiedewerkstatt, 1966 zum hundertjährigen Bestehen des Juweliergeschäfts geschaffen. Und zuletzt kam das Wachsame Hähnchen. Es hob den Kopf, schlug mit den Flügeln und krähte, nach einem mittelalterlichen Brauch. Das Hähnchen wurde im Mittelalter zum Wahrzeichen der Stadt. Ein vergoldeter Hahn von 1930 krönt heute einen Steinsockel auf dem Friedensplatz. Die Geschichte des Hauses: 1928 hing ein erstes Glockenspiel am Hauptgeschäft der Firma Deiter an der Limbecker Straße. Als dieses zerstört war, wurde das Haus Kettwiger Straße 22 1943 zum neuen Firmensitz, und 1949 montierte man das gerettete Glockenspiel hier wieder. 1955/56 wurde das Gebäude durch einen Neubau ersetzt. Der Erker mit Glasmosaik folgt dem Uhrturm von San Marco in Venedig. Die Glocken werden elektromagnetisch angeschlagen, nicht mit Zugdrähten wie bei einem klassischen Carillon. 2016 wurde das Werk technisch überholt, weil immer wieder Teile des Ablaufs ausfielen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Glockenspiel an der Kettwiger Straße 22, am ehemaligen Geschäftshaus Deiter. Eine Bergmannsfigur schlägt die Stunden, 26 Bronzeglocken spielen Volkslieder, Figuren zeigen die Essener Stadtgeschichte. Seit dem 7. Juli 2017 steht es unter Denkmalschutz.

Für Kinder

Hier hängt ein Glockenspiel mit 26 Glocken aus Bronze. Eine Figur aus Kupfer schlägt mit einem Schlegel die Stunden. Sie ist ein Bergmann. Dann erscheinen kleine Figuren: ein Bischof, ein Kaiser, eine Äbtissin. Sie erzählen die Geschichte der Stadt. Zuletzt kam früher ein Hähnchen, das den Kopf hob, mit den Flügeln schlug und krähte. Im Krieg wurden die Glocken auf Bauernhöfen versteckt, damit man sie nicht einschmolz. Welche Figur willst du dir als Erstes ansehen?

Quellen

Koordinaten: 51.4539, 7.01302 · auf der Karte

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