Sie stehen vor der Friedenskirche an der Bernestraße, im Stadtkern nahe der Alten Synagoge und dem Rathaus. Die alt-katholische Gemeinde wurde am 17. Mai 1872 gegründet und hatte zunächst keine eigene Kirche. 1873 hielt sie ihren ersten Gottesdienst in der Pauluskirche, 1876 zog sie in die katholische Pfarrkirche St. Johannis. Spannungen zwischen den Konfessionen verlangten auf Dauer einen eigenen Bau. 1914 beschloss der Rat der Stadt, der Gemeinde eine Kirche zu bauen. Erbaut wurde sie von 1914 bis 1916, mitten im Ersten Weltkrieg. Das erklärt den Namen. Architekt war der Stadtbaurat Albert Erbe. Er gewann den niederländischen Künstler Jan Thorn Prikker für die Ausgestaltung. Prikker malte Wände und Decke farbenprächtig aus und schuf das goldene Mosaik im Altarraum. Die Familie Krupp spendete es, eine Widmung an seiner linken Flanke erinnert daran. Im Original galt die Kirche als die bedeutendste Kirche des Jugendstils in Deutschland. Schauen Sie auf den Backstein. Der achteckige Turm trug ursprünglich einen kunstvoll geschwungenen Kupferhelm. Die Nordseite ist verrußt, vom Brand der Synagoge in der Pogromnacht 1938. Die Gemeinde verzichtet bewusst darauf, die Fassade zu reinigen. Im Zweiten Weltkrieg gingen die Dächer und die Ausmalung verloren, das Gewölbe stürzte ein. Die Gemeinde baute fast in Eigenleistung wieder auf, bis 1951 war die Kirche nutzbar, der Innenraum bekam nur schmucklosen Putz. Von 2003 bis 2006 rekonstruierte man die Malereien, nach alten Fotos und Resten der Originale unter dem Putz. Seit Herbst 2006 erstrahlt die Decke wieder. Erhalten blieb das kleine Doppelfenster von Prikker unter der Orgelempore. 1963 entwarf Harry McLean für die im Krieg beschädigten vier großen Fenster Darstellungen der vier Evangelisten. In der Turmvorhalle werden sieben im Ersten Weltkrieg gefallene Gemeindemitglieder geehrt. Vor der Kirche steht ein Brunnen aus dem Jahr 1907. Ihn sehen wir als Nächstes.
Sie stehen vor der Friedenskirche, gleich neben der Alten Synagoge. Die alt-katholische Kirche entstand 1914 bis 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, daher der Name. Im Original galt sie als bedeutendste Jugendstilkirche Deutschlands. Der Ruß an der Nordseite stammt vom Synagogenbrand 1938.
Du stehst vor einer Kirche mit einem achteckigen Turm. Sie heißt Friedenskirche, weil sie mitten im Ersten Weltkrieg gebaut wurde, von 1914 bis 1916. Innen hat der Künstler Jan Thorn Prikker bunte Bilder an die Decke gemalt und ein goldenes Mosaik gemacht. Im Zweiten Weltkrieg gingen die Bilder kaputt. Später haben Menschen sie nach alten Fotos neu gemalt. Findest du an der Wand die dunklen Rußspuren? Sie stammen vom Brand der Synagoge nebenan.
Koordinaten: 51.456, 7.0166 · auf der Karte