Stadtohr

Stadtrundgang Erlangen · Station 14 von 16

Stadtmuseum Erlangen

· museum, sammlung, hugenotten

Ausführlich

Sie stehen vor dem Stadtmuseum Erlangen, und das heißt vor zwei Dingen gleichzeitig: einer Sammlung und einem Haus. Das Haus, das Altstädter Rathaus, ist die nächste Station. Hier geht es um die Sammlung, und deren Weg ist aufschlussreich. Die Anfänge gehen auf den 1865 gegründeten Verein Germanisches Museum zurück. Dieser hatte sich die Sammlung von Altertümern zum Ziel gesetzt, insbesondere aus dem Bereich des traditionellen Handwerks. Ein weiterer wichtiger Impuls war die Gründung des Stadtarchivs im Jahr 1885. Nach einer Ausstellung zur hundertjährigen Zugehörigkeit Erlangens zu Bayern begann auf Initiative des Erlanger Verkehrsvereins die Sammlungsarbeit für ein Heimatmuseum. Es eröffnete 1919 im Wasserturm neben dem Schlossgarten. Dieser Wasserturm hatte zuvor als Karzer der Universität gedient, also als Arrestraum für Studenten, und er ist derselbe Turm, der die Wasserspiele der Orangerie und den Hugenottenbrunnen speiste. 1923 kam ein Ausstellungsraum im Altstädter Rathaus hinzu. Dort wurde 1964, nach mehreren Umbauten und der Zusammenführung aller Sammlungen, das Stadtmuseum unter seinem heutigen Namen neu eingerichtet und eröffnet. 1982 gründete der Stadtrat einen Museumsbeirat. Zwischen 1985 und 1993 wurde der Museumskomplex nach dem Konzept eines stadtgeschichtlichen Zentrums renoviert und die Ausstellungsfläche auf rund tausend Quadratmeter erweitert. Zum Komplex zählen seither weitere Gebäude zwischen Martin-Luther-Platz, Altstädter Kirchenplatz, Cedernstraße und Neuer Straße. Zwischen 1989 und 1993 wurde das historische Altstädter Rathaus saniert, zwischen 1994 und 2002 die stadtgeschichtliche Sammlung neu gestaltet. Nun zu dem, was drinnen zu sehen ist, denn die Gliederung der Dauerausstellung ist selbst eine Aussage. Von den rund tausend Quadratmetern nimmt die ständige Ausstellung zur Stadtgeschichte 650 ein. Sie hat fünf Abteilungen: Vorgeschichte im Erlanger Raum. Die Altstadt Erlangen, 1002 bis 1706. Neustadt, 1686 bis 1810. Industrialisierung, 1830 bis 1950. Und Stadtgesellschaft und Politik, 1870 bis 1960. Hören Sie die Überschneidung? Altstadt und Neustadt laufen zwanzig Jahre lang parallel, von 1686 bis 1706. Genau in dieser Zeit entstand die Hugenottenstadt, und genau am Ende dieser Zeit brannte die Altstadt. Von überregionaler Bedeutung ist die Sammlung zu den Gewerben, die die Hugenotten ausübten: Strumpfwirker, Handschuhmacher, Weißgerber und Teppichwirker. Dazu kommen auf rund 350 Quadratmetern wechselnde Sonderausstellungen, jährlich mehrere Themen aus Stadtgeschichte, Kultur- und Zeitgeschichte, Wissenschaftsgeschichte und bildender Kunst, insbesondere Fotografie und Comics. Ein museumspädagogisches Angebot ist besonders auf Schulen zugeschnitten. Die Titel der Sonderausstellungen zeigen, dass dieses Museum sich nicht auf Schönes beschränkt. 1983: Erlangen im Nationalsozialismus. 1988: Juden und Judenpogrom 1938 in Erlangen. 1989: Hinter unzerstörten Fassaden, Erlangen 1945 bis 1955. 2019: BarriereSprung, vom Leben mit Behinderung. 2022: Aber ich lebe, den Holocaust erinnern.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Stadtmuseum Erlangen. Es befasst sich mit der Stadtgeschichte und mit wechselnden Themen. Seit 1964 ist es im denkmalgeschützten Altstädter Rathaus untergebracht. Rund tausend Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen zur Verfügung, davon 650 für die Dauerausstellung.

Für Kinder

Hier ist das Museum der Stadt. Angefangen hat es mit einem Verein, der 1865 alte Dinge sammelte, vor allem Werkzeuge von Handwerkern. 1919 gab es dann ein erstes Museum, und zwar in einem Wasserturm. In dem Turm waren vorher Studenten eingesperrt worden, wenn sie Unsinn gemacht hatten. Seit 1964 ist das Museum in diesem Haus. Drinnen kannst du sehen, wie Erlangen früher war, von der Vorgeschichte bis in die Zeit deiner Großeltern. Besonders interessant sind die Werkzeuge der Hugenotten: Sie strickten Strümpfe, machten Handschuhe und webten Teppiche. Welches Handwerk würdest du lernen wollen?

Quellen

Koordinaten: 49.601813, 11.003571 · auf der Karte

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