Sie stehen vor der Altstädter Dreifaltigkeitskirche. Auf diesem Platz stand schon mehr als eine Kirche, und die Reihe lohnt sich, weil sie die Geschichte Erlangens in vier Daten erzählt. Für 1288 ist hier eine Marienkapelle bezeugt. Sie gehörte zum Martinsstift Forchheim und damit zum Bistum Bamberg und stand inmitten des damaligen Altstädter Friedhofs, des heutigen Altstädter Kirchenplatzes, der bereits im 17. Jahrhundert aufgelassen wurde. 1528 führte der Landesherr die Reformation und den ersten lutherischen Pfarrer ein. 1632, mitten im Dreißigjährigen Krieg, wurde dieses erste Kirchengebäude niedergebrannt. 1655 folgte ein barocker Neubau, bereits der heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Und am 14. August 1706 zerstörte der große Altstadtbrand von Erlangen auch diesen völlig. Dieser Brand ist der Grund, warum die Erlanger Innenstadt heute aussieht, wie sie aussieht. Weil die Altstädter Kirche zerstört war, konnte sie beim Neubau in das Konzept der barocken Planstadt einbezogen werden, und deshalb bilden die drei großen Kirchen eine architektonische Einheit. Der heutige Bau entstand von 1709 bis 1721 nach den Plänen des Bamberger Baumeisters Wenzel Perner, an der Bauausführung war der Erlanger Johann Georg Kannhäuser beteiligt. Grundsteinlegung am 29. Juli 1709, Weihe am 2. März 1721. Die Fertigstellung des 55,5 Meter hohen Westturms dauerte bis 1726. Schauen Sie die Westfassade an, sie ist die Schaufassade zum Martin-Luther-Platz: drei Achsen, in der Mitte der Turm, der unten halb in das Kirchenschiff einspringt, dazu hohe Rundbogenfenster und Pilaster mit toskanischen Kapitellen. Wie die Neustädter Kirche ist sie im sogenannten Markgrafenstil ausgeführt. Im Inneren spannt ein Muldengewölbe mit geometrischem Stuck von Kannhäuser über den Raum. Achten Sie dort auf etwas Stilles: Es gibt Stuckrahmen, die anfangs für eine Ausmalung vorgesehen waren. Ausgeführt wurde sie nie. Der Altarraum wird von einem Kanzelaltar beherrscht, den Johann David Räntz und Johann Philipp Göbel 1720 und 1721 schufen. Der Taufstein von 1721 wird Elias Räntz zugeschrieben, dem Bildhauer des Hugenottenbrunnens. Aus älterer Zeit haben sich fünf kleine gotische Holzfiguren aus der Zeit um 1500 und drei Bronzeepitaphien aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Auf der Westempore steht eine Konzertorgel, die 1961 von der Firma Walcker gebaut wurde: sechsundvierzig Register auf drei Manualen und Pedal. Ihr barocker Prospekt von Johann Christoph Wiegleb stammt aus der Zeit um 1720 und wurde um 1760 von fünf auf neun Achsen erweitert. Die vier Glocken mit der Tonfolge d1, f1, g1 und b1 goss 1957 die Gießerei Rincker. Und nun das, was in Erlangen alle kennen. Die Kirchweih dieser Kirche wird an Trinitatis gefeiert, am Sonntag nach Pfingsten. Seit 1755 findet sie als Bergkirchweih am Altstädter Schießhaus am Fuße des Erlanger Burgbergs statt. Aus dem Kirchweihsonntag wurden im Laufe der Zeit zwölf Tage, vom Donnerstag vor Pfingsten bis zum Montag nach Trinitatis. Heute zählt die Bergkirchweih mit regelmäßig über einer Million Besuchern zu den fünf größten Volksfesten Bayerns. Ein Kirchweihfest, aus einer Kirche, die dreimal abgebrannt ist.
Sie stehen vor der Altstädter Kirche, auch Altstädter Dreifaltigkeitskirche genannt. Der heutige Barockbau wurde von 1709 bis 1721 nach Plänen von Wenzel Perner errichtet. Der Westturm ist 55,5 Meter hoch und war 1726 fertig. Ihre Kirchweih ist die Bergkirchweih.
An dieser Stelle standen schon mehrere Kirchen. Die erste ist 1288 erwähnt. Sie brannte 1632 im Krieg ab. Die nächste wurde gebaut und brannte 1706 beim großen Stadtbrand ebenfalls ab. Die Kirche, vor der du stehst, ist die dritte. Ihr Turm ist 55,5 Meter hoch und war 1726 fertig. Im Inneren siehst du Rahmen aus Stuck an der Decke. Darin sollten einmal Bilder gemalt werden, aber dazu kam es nie. Zu dieser Kirche gehört ein Fest: die Bergkirchweih. Es dauert zwölf Tage und über eine Million Menschen kommen hin. Wie viele Klassen wären das aus deiner Schule?
Koordinaten: 49.601444, 11.003347 · auf der Karte