Sie stehen im Schlossgarten. Zwei Dinge sollen Sie hier mitnehmen: wie dieser Garten geschrumpft ist, und was an seinem Brunnen zu sehen ist. Zuerst die Größe. Hinter dem ab 1700 erbauten Schloss war nur ein kleiner Garten vorgesehen. Vermutlich unter dem Einfluss der Markgräfin Elisabeth Sophie entstand ein Barockgarten von 280 Metern Breite und 550 Metern Länge, rund fünfzehneinhalb Hektar. Außerhalb der Gartenmauern setzte er sich mit drei Alleen fort, die als Sichtachsen in den Wald geschlagen waren. Von 1786 bis 1826 wurde die Anlage auf Anregung des Botanikprofessors Johann Christian von Schreber in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt. 1818 gelangte der Garten an die Universität, die ihn am 11. Juni 1849 der Öffentlichkeit öffnete. Und dann wurde er kleiner, Stück für Stück. Der östliche Teil wurde nach dem Bau des Krankenhauses 1803 durch die Krankenhausstraße abgetrennt. Im nördlichen Randstreifen entstand ab 1825 der Botanische Garten, in dem Ihr Rundgang begonnen hat. Auf dem südlichen Randstreifen wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrere Universitätsinstitute und die Universitätsstraße gebaut, darunter das Kollegienhaus. Am Ende blieben etwa siebeneinhalb Hektar, die Hälfte. Den Abriss der Orangerie und eine weitere Bebauung verhinderte der Protest der Bürger. Diese Orangerie wurde 1704 bis 1706 von Gottfried von Gedeler geplant und erbaut und bis 1755 als Pomeranzenhaus genutzt. Im Mittelteil liegt ein Wassersaal, dessen Wasserspiele aus dem nahen Wasserturm gespeist wurden. Nun zum Brunnen, und bitte schauen Sie ihn sich von unten nach oben an. Der Hugenottenbrunnen wurde 1706 von dem Bayreuther Hofbildhauer Elias Räntz geschaffen. In einem ovalen Becken von neunundzwanzig mal neunzehneinhalb Metern steht ein kegelförmiger Felsenberg in drei Ebenen. Unten: vornehme Hugenottenfamilien. Darüber: antike Gottheiten. Ganz oben: Markgraf Christian Ernst. Das ist keine Dekoration, das ist eine Ordnung, in Sandstein. Die Kartuschen in den vier Himmelsrichtungen enthielten Texte mit Lobpreisungen des Markgrafen, die mittlerweile verschwunden sind. Eine Öffnung im Felsenkegel erlaubt den Durchblick auf das Reiterstandbild. Dieses Standbild blieb aus statischen Gründen unvollendet. Die Sockelarchitektur entwarf Paul Decker, die Figur schuf Elias Räntz 1711 und 1712 aus einem einzigen Sandsteinblock aus den Steinbrüchen des Burgbergs. Es erinnert an die Teilnahme des Markgrafen an den Türkenkriegen und zeigt ihn in voller Rüstung. Unter ihm liegen ein Türke und Invidia, die Personifikation des Neids. Seit 1996 ist die stark verwitterte Skulptur durch eine Umzäunung geschützt. Es stehen noch mehr Denkmäler hier. Die Schrebersäule, 1810 von der Witwe des Botanikers gestiftet. Das Delphinbrünnlein, 1843 zum hundertjährigen Jubiläum der Universität errichtet, mit einem hornblasenden Putto, der erst 1914 dazukam. Und das Gefallenendenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Universitätsangehörigen, am 1. Juli 1930 der Öffentlichkeit übergeben: ein sitzender gefesselter Soldat mit Stahlhelm und zerbrochenem Schwert. Im November 1946 wurde die Kriegerfigur auf Befehl der Militärregierung der Vereinigten Staaten beseitigt. Übrig blieben acht Steinblöcke mit 384 Namen und das Podest. Gehen Sie hin und lesen Sie ein paar davon.
Sie stehen im Schlossgarten, einer der ersten barocken Gartenanlagen Frankens. Seit dem 11. Juni 1849 ist er für die allgemeine Bevölkerung zugänglich. Hier liegen die Orangerie, der Hugenottenbrunnen und das Reiterstandbild des Markgrafen Christian Ernst.
Du bist in einem Garten, der früher mehr als doppelt so groß war. Damals gab es hier einen Küchengarten, einen Obstgarten, einen Kräutergarten und sogar ein Theater aus Hecken. Später baute man Straßen und Häuser hinein, und der Garten wurde kleiner. Geh zum großen Brunnen und schau von unten nach oben. Unten sitzen Hugenottenfamilien, also geflüchtete Leute. Darüber stehen alte Götter. Und ganz oben, allein, der Markgraf. Wer wichtig war, stand oben. Hinten im Garten steht ein Reiter aus einem einzigen Steinblock. Findest du ihn?
Koordinaten: 49.5982, 11.0066 · auf der Karte