Sie stehen vor dem ehemaligen markgräflichen Schloss, dem Anfang des ersten vollständig neu konzipierten Barockensembles Frankens. Die Zahlen zuerst. Der Bau begann 1700 im Auftrag des Erbprinzen Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth, im Barockstil unter dem Einfluss französischer Klassizistik. Antonio della Porta und Jaques Bourdin de la Fond entwarfen ihn, nach della Portas Tod 1702 vollendete Gottfried von Gedeler das Haus 1704. Es ist fünfundsechzig Meter breit und einundzwanzig Meter hoch, an den Seiten zwanzig Meter tief, in der Mitte sechsundzwanzig. Hinter dem Schloss entstand ein 280 Meter breiter und 550 Meter langer Garten mit Orangerie, Konkordienkirche, Hugenottenbrunnen, Reiterstandbild und einem Heckentheater, das es nicht mehr gibt. Markgraf Christian Ernst kaufte das unfertige Schloss bereits 1703 und schenkte es seiner dritten Gemahlin Elisabeth Sophie. Nach kurzer Zeit als fürstlicher Aufenthaltsort wurde es Witwensitz, zunächst für Elisabeth Sophie, dann für Sophia von Sachsen-Weißenfels. 1764 zog die verwitwete Markgräfin Sophie Caroline Marie ein, mit einem Hofstaat von rund vierzig Personen, und blieb fast fünfzig Jahre. Zweimal empfing sie König Friedrich Wilhelm von Preußen. Vor allem aber trafen sich hier die Professoren und trugen ihr ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor. Und nun der 14. Januar 1814. Zu den zehn Hauptkaminen des Hauses führten Nebenschlote, die nur schwer zu reinigen waren. Schon im 18. Jahrhundert hatte es deshalb mehrmals gebrannt. Dennoch sparte man zu Neujahr 1814 die Stelle des Schornsteinfegers ein. Zwei Wochen später brach auf einem mit Gerümpel gefüllten Dachboden ein Brand aus. Er war nicht zu löschen. Es waren minus fünfundzwanzig Grad, das Wasser gefror in den Schläuchen, und auch mit angewärmtem Wasser erreichten die Spritzen die notwendige Höhe nicht. Das Schloss brannte vollständig aus. Nur das Mobiliar konnte gerettet werden. Von der originalen Innenausstattung ist deshalb nichts erhalten. Die Markgräfin musste in das nahe Palais Stutterheim umziehen. In ihrem Testament vermachte sie das Schloss mit den Nebengebäuden der Universität. Erst 1821 bis 1825 wurde es nach Plänen des Universitätsbaumeisters Friedrich Wilhelm Örtel wieder aufgebaut, mit einem wesentlich flacheren Dach als zuvor. Untergebracht wurden die Universitätsbibliothek, Hörsäle und Seminarräume. Von der Bibliothek zeugen heute noch massive Säulen im ersten Obergeschoss. In den Weltkriegen diente das Schloss als Reservelazarett, seit 1945 ausschließlich der Universitätsverwaltung. 2022 begannen die Planungen für eine Generalsanierung, 2025 zog die Verwaltung aus.
Sie stehen vor dem markgräflichen Schloss Erlangen. Der Bau begann 1700 im Auftrag des Erbprinzen Georg Wilhelm und wurde 1704 vollendet. Zusammen mit Schlossgarten, Orangerie und Konkordienkirche bildet es das erste in sich geschlossene Barockensemble Frankens.
Du stehst vor einem Schloss. Gebaut wurde es ab 1700 für einen Fürsten, später wohnte hier fast fünfzig Jahre lang eine Markgräfin mit vierzig Leuten Personal. Dann kam der 14. Januar 1814. In dem Schloss gab es zehn große Kamine, und die Schornsteine waren schwer zu putzen. Zu Neujahr hatte man den Schornsteinfeger eingespart. Auf einem Dachboden voller Gerümpel fing es an zu brennen. Draußen waren minus fünfundzwanzig Grad. Das Wasser gefror in den Schläuchen der Feuerwehr. Das ganze Schloss brannte aus. Nur die Möbel konnte man herausholen. Was würdest du als Erstes retten?
Koordinaten: 49.5979, 11.0045 · auf der Karte