Willkommen in Erlangen. Ihr Rundgang beginnt im Botanischen Garten, unmittelbar nördlich des Schlossgartens, und damit bei der Universität. Die Friedrich-Alexander-Universität wurde 1743 gegründet, und fast alles, was Sie auf den nächsten Stationen sehen, ist irgendwann in ihren Besitz übergegangen: das Schloss, der Schlossgarten, die Orangerie, das Theater. Dieser Garten gehört ihr bis heute. Auf zirka zwei Hektar werden rund viertausend Arten kultiviert. Der Garten hatte zwei Anfänge. 1770 schenkte Markgraf Christian Friedrich Carl Alexander der Universität ein Grundstück am Nordrand des Schlossgartens, also genau hier. Im selben Jahr erwarb die Universität jedoch ein anderes Grundstück vor dem Nürnberger Tor und richtete dort den Botanischen Garten ein. Dieser erste Garten war kleiner als der heutige: zwei rheinische Morgen, von einer Mauer eingefasst, mit einem Brunnen und einem Gewächshaus in Fachwerkbauweise von 141 Fuß Länge, etwa zweiundvierzig Meter. Direktor wurde der Medizinprofessor Johann Christian von Schreber, Botanischer Gärtner ab 1771 Adam Rümmelein, der den Garten bis 1825 leitete. 1826 wurde das Grundstück verkauft und die nächsten hundert Jahre von einer Gartenwirtschaft genutzt. Heute ist es vollständig überbaut. Die Verlegung hierher wurde 1825 genehmigt, die Arbeiten begannen im Jahr darauf unter Wilhelm Daniel Joseph Koch. Der Garten belegte einen 300 Meter langen und 60 Meter breiten Streifen, insgesamt 2,15 Hektar. Nun eine Abschweifung, die sich lohnt. An der Südseite des Schlossgartens lag ein ökonomischer Garten mit Baumschule. Dort zog man tausend Maulbeerbäume groß. Ihr Verkauf an die Züchter von Seidenraupen brachte zwischen 1829 und 1831 jährlich zweihundert Gulden ein. Schauen Sie zum Eingang neben der Kinderklinik: Dort steht noch ein Maulbeerbaum aus dieser Zeit. Getreide und Ölsaaten baute man dort ebenfalls an, doch der Boden war nährstoffarm und trocken und brachte kaum Ertrag. Ab 1840 wurde der ökonomische Garten verpachtet und zwischen 1884 und 1896 zum größten Teil mit Universitätsgebäuden überbaut. Unter Adalbert Schnizlein, Direktor von 1849 bis 1868, standen hier fünf freistehende Gewächshäuser, zum Teil mit Thermosiphonheizung. 1700 Pflanzenarten gab es in den Häusern, etwa 3300 im Freiland. Im Zweiten Weltkrieg erhielt das große Gewächshaus Granattreffer. Von 1961 bis 1963 wurden die Gewächshäuser vollständig neu errichtet. Und noch eine Besonderheit: Adalbert Neischl stiftete dem Garten 1907 die Nachbildung einer Tropfsteinhöhle. Die Neischl-Grotte wurde bis Mai 2008 saniert und ist saisonal zugänglich.
Sie stehen im Botanischen Garten Erlangen, unmittelbar nördlich des Schlossgartens. Er ist eine Einrichtung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Auf zirka zwei Hektar werden rund viertausend Arten kultiviert. In seiner Mitte liegt die Neischl-Grotte, eine künstliche Tropfsteinhöhle.
Du stehst in einem Garten, der zur Universität gehört. Hier wachsen rund viertausend verschiedene Pflanzenarten. Manche kommen aus Wüsten, manche von hohen Bergen. Für sie gibt es Gewächshäuser. Suche die Wasserbecken: Darin leben Fische, Frösche und Molche. Und suche den Eingang neben der Kinderklinik. Dort steht ein Maulbeerbaum. Vor fast zweihundert Jahren zog man hier tausend solche Bäume groß und verkaufte sie an Leute, die Seidenraupen hielten. Die Raupen fressen Maulbeerblätter, und aus ihren Fäden wird Seide. Was meinst du: Wie viele Blätter frisst so eine Raupe?
Koordinaten: 49.5992, 11.0067 · auf der Karte