Sie stehen vor der Predigerkirche, 76 Meter lang, etwa 19 Meter breit, die Mauern durchschnittlich einen Meter stark. Dieses Haus hat überlebt, obwohl es zum Abriss ausgeschrieben war. Zuerst die Anfänge. Der erste Beleg von Predigerbrüdern in Erfurt stammt von 1229. Es waren vier hochgebildete Mönche des Pariser Konvents, die hierher kamen, um die neuen Ideen des Dominicus de Guzman zu verbreiten und die sozialen Nöte der Stadtbevölkerung zu lindern. Bis zur provisorischen Fertigstellung ihrer Kirche predigten sie auf öffentlichen Plätzen und in den Kirchen der Stadt. Dazu zwei Angaben: Wikidata nennt für diese Kirche das Jahr 1201, der Wikipedia-Quelle beginnt seine Chronologie erst 1229. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. 1274 wurde hier wahrscheinlich ein etwa vierzehnjähriger Novize aufgenommen. Er hieß Eckhart, wurde später Prior des Erfurter Klosters und war von 1303 bis 1311 Provinzial der Ordensprovinz Saxonia, mit Amtssitz in Erfurt. Als Meister Eckhart gilt er als der bedeutendste deutsche Mystiker. Der Glockenturm kam zwischen 1447 und 1488 dazu und fällt unscheinbar aus. Das ist Programm: Bettelorden bauen keine Türme, sie bauen Predigträume. Und nun die Stelle, an der es knapp wurde. 1806 diente das Gotteshaus den Franzosen als Kriegsgefangenenlager und Heumagazin. Ausstattung, Plastiken und Gemälde wurden beschädigt oder gingen verloren. 1811 wurde die Kirche auf Befehl des Kaisers Napoleon, dessen Domäne Erfurt war, zum Verkauf auf Abriss ausgeschrieben. Es meldete sich kein Käufer. Dieses Haus steht noch, weil niemand es haben wollte. Später setzte sich Karl Friedrich Schinkel für das Bauwerk ein, derselbe Schinkel, dem wir am Rathaus begegnet sind. Schauen Sie zuletzt auf den Fußboden, wenn Sie hineingehen. Bei der Rekonstruktion von 1960 bis 1964 unter Leitung der Restauratorin Käthe Menzel-Jordan erneuerte man ihn und fand darunter mehr als 150 großformatige Sandsteingrabplatten aus dem 14. bis 18. Jahrhundert, achtzig davon noch gut erhalten. Sie lagen in drei Schichten und bildeten den Unterbau des Bodens, der um 1900 erneuert worden war. Darunter kamen mehrere intakte Bestattungen zum Vorschein, mit teilweise mumifizierten Toten. Viele Steine zeigten Spuren von Mehrfachbenutzung; Bilder und Schrift belegen meist Stifter aus Erfurter Patrizierfamilien, also Leute wie die Bauherren der Häuser am Fischmarkt. Und ein letztes Datum. Während der Friedlichen Revolution 1989 und 1990 kamen die Erfurter auch in dieser Kirche zusammen, bevor sie die Demonstrationszüge durch die Stadt bildeten. Im Oktober tagte hier zweimal das Plenum des Neuen Forums, mit 1750 und mit 4000 Teilnehmern. Ein Raum, der für das Predigen gebaut war und 1989 für das Reden gebraucht wurde.
Sie stehen vor der Predigerkirche am Ufer der Gera. Sie geht auf die Dominikaner zurück, die 1229 erstmals in Erfurt bezeugt sind; eine erste Kirche wurde 1238 geweiht. Der Bau ist 76 Meter lang und gilt als Höhepunkt des Bettelordensstils. Hier wirkte der Mystiker Meister Eckhart.
Diese Kirche heißt Predigerkirche, weil hier Mönche lebten, die man Predigerbrüder nannte. 1229 kamen die ersten vier nach Erfurt. Ihre Kirche war noch nicht fertig, also predigten sie draußen auf den Plätzen. Einer der Mönche kam mit etwa vierzehn Jahren hierher. Er wurde später als Meister Eckhart berühmt. Und nun das Erstaunlichste: 1811 befahl Napoleon, diese Kirche zum Abreißen zu verkaufen. Es meldete sich kein einziger Käufer. Deshalb steht sie noch da. 1989 trafen sich hier Erfurter, bevor sie auf die Straße gingen.
Koordinaten: 50.9767, 11.0292 · auf der Karte