Sie stehen vor der Maria-Magdalenen-Kapelle, und wir sind am Ende. Diese Kapelle ist der kleinste Bau dieses Rundgangs, und sie fasst ihn zusammen. Zuerst ihre Daten. 1227 wird die Magdalenenkapelle erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Kirchbau wurde um 1341 errichtet und diente als Kapelle eines angrenzenden innerstädtischen Friedhofs. Sie gehört zur Domgemeinde. Nach der Einführung der Reformation 1525 wurde sie zunächst nicht mehr genutzt, und 1546 wurde auch der Friedhof geschlossen. Zwischen 1622 und 1803 nutzte sie der Erfurter Dom. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie profaniert und umgebaut. Bis 2011 befand sich in den Räumen das Theater in der Kapelle. Und seit 2014 dient sie als Kolumbarium mit 420 Urnenplätzen. Die notwendigen Umbauten gestaltete die Erfurter Künstlerin Evelyn Körber. Diesen Namen haben Sie vorhin schon gehört. Von ihr stammt auch das Kolumbarium in der Allerheiligenkirche, fünfzehn Stelen mit je zweiundvierzig Urnenfächern, eingebaut 2007. Zwei Erfurter Kirchen, eine Künstlerin, dieselbe Aufgabe: einen Raum, der leer geworden ist, für die Toten öffnen. Gehen wir die Stationen noch einmal durch, und zwar unter dieser einen Frage: Was wird aus einem Haus, wenn sein Zweck endet? Die Zitadelle Petersberg, als Zwingburg gegen die Stadt gebaut, ist heute Verwaltung, Wohnung und Kultur. Die Alte Synagoge war fast fünfhundert Jahre Lagerhaus, dann Tanzsaal, dann Kegelbahn im Keller, und ist seit 2009 Museum. Die Ägidienkirche war Verkaufshalle, Lager und Mietshaus und ist heute die älteste von Methodisten benutzte Kirche der Welt. Das Haus zum Roten Ochsen war Kaufmannshaus, Geschäftshaus und Kino und ist heute Kunsthalle. Die Predigerkirche war 1811 zum Abriss ausgeschrieben, fand keinen Käufer und war 1989 Versammlungsraum der Friedlichen Revolution. Und die Schottenkirche, an der wir vorhin standen, soll spätestens zum Advent 2026 geschlossen werden, zusammen mit drei weiteren Kirchen. Ihre Frage steht noch offen. Erfurt hat in seiner Altstadt, die knapp drei Quadratkilometer groß ist, etwa fünfundzwanzig Pfarrkirchen. Das ist eine Zahl aus einer Zeit, in der jede Nachbarschaft ihre eigene Kirche hatte und sich ein zweites Stift auf demselben Hügel lohnte. Diese Zeit ist vorbei, die Häuser stehen noch. Was in ihnen geschieht, entscheidet jede Generation neu. Hier, in dieser Kapelle, hat man sich für 420 Urnenplätze entschieden, in einem Haus, das um 1341 für einen Friedhof gebaut wurde und fast siebenhundert Jahre lang vieles anderes war. Es ist ein Kreis, der sich schließt. Damit endet dieser Rundgang. Wenn Sie noch einmal von oben darauf schauen wollen: der Turm der Ägidienkirche hat 128 Stufen und ist täglich geöffnet.
Sie stehen vor der Maria-Magdalenen-Kapelle, dem letzten Halt dieses Rundgangs. Sie wurde 1227 erstmals urkundlich erwähnt, der heutige Bau entstand um 1341 als Kapelle eines innerstädtischen Friedhofs. Bis 2011 war hier ein Theater. Seit 2014 dient sie als Kolumbarium mit 420 Urnenplätzen.
Das ist die letzte Station. Vor dir steht eine kleine Kapelle, gebaut um 1341, und zwar für einen Friedhof, der damals hier lag. 1546 wurde der Friedhof geschlossen, und die Kapelle wurde immer wieder für etwas anderes gebraucht. Zuletzt war hier ein Theater, bis 2011. Seit 2014 stehen in ihr 420 Plätze für Urnen. Fällt dir etwas auf? Fast jedes Haus auf diesem Rundgang hat seinen Zweck gewechselt. Die Festung auf dem Berg ist heute ein Stadtteil. Die alte Synagoge war fünfhundert Jahre eine Lagerhalle. Danke, dass du mitgegangen bist.
Koordinaten: 50.977, 11.0274 · auf der Karte